Komponisten / Lieder / Verlage / Textdichter

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Vorname Walter
Nachname Näf
Adresse Toggenburgerstr.61
PLZ 9500
Ort Wil
Kanton SG
Telefon 071 633 33 13
Handy 079 542 76 10
E-Mailadresse afidelio@bluewin.ch
Webseite www.walternaef.ch
Geburtstag 12.05.1960
Personennummer N007

Persönliche Angaben


Walter Näf, die dichterische Sprache seiner Heimat hat ihn nie losgelassen

In Wildhaus im Toggenburg aufgewachsen ist er als Bauernsohn stark mit den Traditionen und Bräuchen seiner Heimat verwurzelt.

Walter Näf ist auf einem Bauernhof im oberen Toggenburg in einer Ferienregion geboren und hat hier eine glückliche Jugendzeit verbracht, als Zweitjüngster mit seinen vier Geschwistern. In dieser Region, wo der traditionelle Toggenburger Naturjodel gepflegt wird, war auch im Elternhaus bei jeder Gelegenheit ein «Johlen» zu hören. Damals wurden in der Landwirtschaft die meisten Arbeiten noch von Hand und deshalb von vielen Personen verrichtet, während der Arbeit und beim gemütlichen Zusammensein kam daher der regionale Gesang nie zu kurz. Nicht nur auf dem Bauernhof im Dorf, sondern auch auf der Selamatt und Gamplüt gab ihm das Älplerleben eine einmalige Grundlage für sein weiteres Schaffen. Mit seinem Bruder Hanspeter hat er oft die Toggenburger Naturjodel eingeübt. Das Jodellied hat ihn seit seiner Jugendzeit stetig begleitet.

Zu einem Jodlerklub hat er erst spät gefunden, im Jahre 1999 trat er 39-jährig in den Jodlerklub Wil SG ein. Walter spielte in seiner Jugendzeit mit seiner Handorgel Volkstänze und erlernte auch das Spiel auf der Heimorgel und auf der Violine. Er hatte daher eine musikalische Grundlage. Im Jahre 2000 absolvierte er den Kursleiterlehrgang des NOSJV als Dirigent und als der damalige Dirigent kurz nach Walter’s Eintritt in den Wiler Klub verstarb, übernahm er diesen und dirigierte ihn von 2000 bis 2006. Danach blieb er dem Klub als Mitglied und Vize-Dirigent erhalten. Im NOSJV war er auch Kursleiter. 2001 nahm er am Komponistenlehrgang des BKJV in Bern teil, wo er viele Inputs für seine zukünftige musikalische Tätigkeit erhielt.

Walter hat noch andere kulturelle Interessen. Im Jahre 2000 tritt er in den Opernchor des Stadttheaters St.Gallen ein und wirkte mit in den Aufführungen «Fidelio» und «Land des Lächelns». Die etlichen anspruchsvollen Proben, wie für «Nabucco» auf Italienisch mit bis zu drei Proben pro Woche veranlassten ihn, nach drei Jahren die Oper St. Gallen wieder zu verlassen und im Musiktheater Wil mitzumachen. Seit einigen Jahren ist er der umsichtige Präsident des Vereins «Goldener Violinschlüssel», welcher 1978 gegründet wurde und jährlich einer verdienten Persönlichkeit die begehrte Auszeichnung verleiht. Weiter ist er Mitglied im Förderverein «Klangwelt Toggenburg», im Verein «Kultur am Säntis», VSV-Mitglied (Verband Schweizer Volksmusik) und Delegierter und Revisor der IG Volkskultur. Seine Interessen sind für die heimatliche Volkskultur fast unendlich. Als Jugendlicher war er sogar Mitglied in einer Volkstanzgruppe.

Ein weiteres Hobby für Walter sind die Höhenwanderungen. Im Juli 2005 hat er den höchsten Berg Afrikas bestiegen, den 5895 m hohen Kilimanjaro in Tansania, die Eindrücke waren gewaltig. Weitere 4000er sind auf seinen Eroberungen, der Rucu Pichincha (Ecuador) 4696 m sowie den Schweizergipfel Weissmies 4017 m. Ferne Länder wie Island, Montenegro, Sri Lanka, Usbekistan, Ägypten, Mexiko, Kolumbien, USA, Kanada, England, Singapore, Südafrika, das Amazonas-Gebiet und weitere Länder hat er in seinem interessanten Leben besucht. "Erst wer in einem Land mit dem Zug gefahren ist, lernt das Land und seine Menschen etwas besser kennen". Nicht nur in der Ferne sind seine Lieblingsziele, auch der nahe gelegene Säntis mit seinen 2502 m kennt er wie seine Hosentasche.

Bereits in der Berufsmittelschule besuchte Walter Näf in St.Gallen Kurse für Gestaltung und Modellieren, «Bilder sind mir wichtig», meint er. Als er ab 1985 für ein Jahr in San Francisco und Los Angeles weilte, faszinierten ihn die grossen Museen mit all den Schätzen der Malkunst. 1993 besuchte er bei der Schottin Catherine Yeomans Kurse in Zeichnen und Aquarellmalerei, wobei auch die Bleistiftzeichnungen entstanden sind. Den Linoldruck entdeckte er anlässlich einer Ausstellung von Picasso und die Technik faszinierte ihn sofort. Linoleum ist ein weicher Belag, welcher sich ausgezeichnet schneiden lässt. Die Schnittrichtung spielt keine Rolle, da er nicht wie Holz gemasert ist. Walter hat eine beträchtliche Anzahl von Bildern in verschiedenen Ausstellungen, auch als Kunstkarten. Er zeigt diese auch auf Voranmeldung bei ihm zu Hause.

Das Dichten und die Liebe zum Reimen wurde wahrscheinlich von seiner Mutter schon in seine Wiege gelegt, sie selbst hat bis ins hohe Alter Schnitzelbänke verfasst und diese an Familienfesten vorgetragen. Die dichterische Sprache seiner Heimat hat Walter nie losgelassen, so wundert es sich nicht, dass der ursprüngliche Toggenburger-Dialekt in seinen Texten vermehrt Anwendung findet. Was ihn anspricht – Gedanken aus seiner Jugend, heitere oder ernstere Themen der heutigen Zeit – werden in eine dem Toggenburger besonders zusagenden poetische Form gebracht und vermitteln dem Leser jenes Heimatgefühl, das nicht im Kitsch ausartet. Alle Freude der Toggenburger Landschaft finden sich in den treffenden Mundartgedichten gespiegelt. Das Wiederfinden der Heimat in seinen Texten bringt Walter Näf auf seine Weise der Jugendzeit wieder näher und so auch dem «Heimweh-Toggenburger» ein Stück Heimat in seine Welt fern der Churfirsten und der Thur. «Ein Dialekt ist auch mit einer Klangart verbunden» meint der Dichter, «die Lieder sollen vor allem in der Region dessen Entstehung gesungen werden».

Walter Näf hat das Dichten und den Reim im Blut. Bisher sind etliche Mundartgedichte entstanden.
Da ihn viele Komponisten vom «Goldenen Violinschlüssel» her kennen, kommen sie auf ihn zu und fragen nach Texten, Büchli oder Sammlungen gibt es keine.

Folgende Gedichte sind von Komponisten vertont worden:

Willi Valotti:                   

"En Juchz i d'Berge"                    Chor         
"Alpfahrt i d'Sellamatt"               Chor         
"Nesslau"                                      Chor       
"Sunneliecht"                               Solo         
 


Guido Rüegge:              
"Chasch nöd alles chaufe"          Duett


Christian Ganz:                          
"Herbschtfarbe"                           Chor


Hans-Jürg Sommer:                  

"Mi Alphornmelodie"                    Jodellied für Alphorn und Chor


Josef Lustenberger:                   
"Es Meitschi us em Äntlibuech" Duett

 

Alex Eugster:   

"Es geischtered"                           Quartett

"Schiff Ahoi"                                  Solo

"Zwei Liebi"                                   Solo

          

Katja Bürgler:  
"Zäme Johle"                                 Chor

                          

Rolf Zwahlen:       

"Jeep im Sand"                             Ländler mit Gesang    

Walter Näf hat den Text zu einer bestehenden Melodie geschrieben
             

Daniel Oertle: 

"Lueg die Ziite"                              Chor

             

Michi Jud:         

"S'Vogelneschtli"                          Chor

"Hus ond Stall"                              Chor
"Chick"   (En zauberhafte Riife)  Chor
"Am runde Tisch"                         Chor

"Bloch" (Blochlied)                       Chor
Dieses Jodellied ist Filmmusik im Kino-Film "Bloch" von Thomas Rickenmann   

                           

Timo Allemann:​            

"Grabser Früehlig"                        Chor

                           

Hans Aregger: 

"Es geischtered"                           Chor

                          

Emil Wallimann:          

"Maiteli chomm"                           Solo/Duett

"Heimet"                                         Chor                          

                           
ond es eegets (von Walter Näf):              

"I ha Di gern"                                  Solo

Die Partituren können bei den jeweiligen Komponisten bezogen werden, oder beim Robert Fellmann Jodelliederverlag.
Etliche Lieder sind auf CD’s veröffentlicht worden, so von den Jodlerklubs Männertreu Nesslau-Neu St.Johann, Flühli, Herisau-Säge, Jodlerfamilie Rüegge, Geschwister Biberstein, Carina Walker, Pfiifestier Appenzell und vom Duett Ruth Felix / Katrin Breitenmoser.


Zwei Gedichte aus seiner Sammlung:
 

D’Churfirschte
 

Gad wie Perle uf de Chette 
lueged d’Berg zu öös is Tal 
Jede kennt die stolzi Reihe 
sibe sind’s woll a de Zahl
 

Hine schroff ond vorne lieblich 
stönd’s am Himmel, stolz ond frei, 
tuesch en tüüfe Schnuuf bim Luege 
ischt jetz das e schös Dehei.
 

Stönd d’Churfirschte denn am Obed 
voll im rote Sunne-Glanz, 
chasch woll säge: S’sind di schönschte 
Berg i üsem Alpe-Chranz.


„Farbefescht“
 

Vorwärts, hü! Do nimm de Pinsel 
hock uf s’Taburettli dei. 
S’ischt als ob vo jedem Tüübli 
Farb uf dere Liiwand sei.
 

Geel ond rot ond gold ond ocker 
alli Farbe wiit ond breit, 
ond denn aade wiis wie Zocker 
wenn’s de Riif of d’Wese leit.
 

Herbscht, so mach! Das fertig Bildli 
sött scho lang zom Lade uus, 
Magsch nöd düre mit de Arbet 
stoht de Wenter vor em Huus!

Quelle: Zeitschrift «Alpenrosen» 4.2025; Autor Titus von Arx

 

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