Komponisten / Lieder / Verlage / Textdichter

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Vorname Ruedi
Nachname Rymann
Geburtstag 31.01.1933
Todestag 10.09.2008
Personennummer R005

Werke von Ruedi Rymann

LiedtitelAnfang 1. StropheEJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

Der Gemsjäger Was der Sepp so gärn macht miosch nid fragä R005-M-000001

Männerchor (-M-)

I bi e Jodlerbiob I mag mi nu b'sinne giod, wo mier der Ätti stolz hed g'seid R005-M-000002

Männerchor (-M-)

Mit Hörnerklang Hech obä dert i däm steilä Glend, hed s'Vrenäli einisch ä Jäger kennd R005-M-000003

Männerchor (-M-)

Schönbüel-Juiz (Naturjodel) R005-M-000004

Terzett (-T-)

Iisi Jagd I däm Hüttli noch bim Tossä han ich verwiild gar mengi Stund R005-T-000001

Terzett (-T-)

s'Emmäli und der Franz Dert ungerem nache Bireböimli, höcklet Nachbars Franz ganz heimli R005-T-000003

Terzett (-T-)

Undrem Epfelboim Dert undrem jungä Äpfelboim hend miär zwei iis g'fundä R005-T-000002

Duett (-D-)

Ä g'fährlichä Jeger I däm Wäldli ob der Haltä heig ä scheenä Bock sich niedergleid R005-D-H10008

Duett (-D-)

Alpäbliomä Ä prächtig scheenä Sunnätag liit uber Wäg und Stäg R005-D-H10018

Duett (-D-)

Bärgfridä Hiä obä schiint nu Fridä z'sii, ä Stall, es Huis ä Schärmä R005-D-H10020

Duett (-D-)

Der Gemsjeger Was der Seppel gärn macht miosch nid fragä R005-D-H10004

Duett (-D-)

En Älplerbsioch Chumm miär wend i d'Heechi gaa, zur Älpler ga nes Bsüechli ha R005-D-H10014

Duett (-D-)

En Entlebiocher und ä Länder s'Echo heds vom Bärg här treid, en Entlebiocher und ä Länder R005-D-H10028

Duett (-D-)

Es gschpeischteret Im Hofbach unnä am zwölfi z'Nacht, siigs währli nimmä g'hiir R005-D-H10026

Duett (-D-)

Heiweh Ich weiss lieb Liit, sind wiit äwäg, im Weschtä vo Amerika R005-D-H10042

Duett (-D-)

Hiä uf em Brünig Ä Stich, ä Ruck und platt da liisch! Hiä uf ä Brünig da gahn ich halt R005-D-H10045

Duett (-D-)

Iisi Jagd I däm Hüttli noch bim Tossä han ich verwiild gar mengi Stund R005-D-H10006

Duett (-D-)

Juizä und wanderä Im Friählig wenn Land uif, Land ab, diä Chnospä fand a spriässä R005-D-H10023

Duett (-D-)

Liog zrugg Grad geschter han ich vom Seppel vernoh R005-D-H10037

Duett (-D-)

Miis Flionalp Hüt da gahts ga Flionalp uifä, mit dä liäbä bruinä Chiäh R005-D-H10012

Duett (-D-)

Mit Hörnerklang Hech obä dert i däm steilä Glend, hed s'Vrenäli einisch ä Jeger kennd R005-D-H10005

Duett (-D-)

Mit Schii und Fäli Wenns amä scheenä Wintertag mit Fäli obsi gaht R005-D-H10021

Duett (-D-)

O dui scheeni Älplerziit Ich han es Älpli ob der Flioh, chum zu miär und liog mer zio R005-D-H10015

Duett (-D-)

s'Emmäli und der Franz Dert undrem nechigä Biräbäumli, hecklet s'Nachbars Franz ganz heimli R005-D-H10038

Duett (-D-)

s'isch keini wiä diä ander So isch äs äbä uf därä Wäld, iär liäbä jungä Schwander R005-D-H10030

Duett (-D-)

Uf der Egg Uf der Egg, uf der Egg miis Hüttäli staht, heech obä am Bärg R005-D-H10013

Duett (-D-)

Undrem Äpfelboim Dert undrem jungä Äpfelboim, hend miär zwei iis g'fundä R005-D-H10035

Einzel/Solo (-S-)

Am Brünigschwinget Es isch uf em Brünig ä Schwinget gsy, bekannt wiit umänand R005-S-H10044

Einzel/Solo (-S-)

Après Schii Chumm miär wend eis wedälä! Bögä schlaa und jödälä R005-S-H10041

Einzel/Solo (-S-)

Äschi-Juiz (Naturjodel) R005-S-H10024

Einzel/Solo (-S-)

Brunnemad-Juiz (Naturjodel) R005-S-H10016

Einzel/Solo (-S-)

Der graad Wäg S'fiärd mengä Wäg dur Bärgä uis i hundert schmalä, engä Ränkä R005-S-H10036

Einzel/Solo (-S-)

Der Häxäschuss Es isch ä Schuss wo nid tiod chlepfä, dä bruicht kei Schütz R005-S-H10032

Einzel/Solo (-S-)

Der Schacherseppli Ich bi der Schacherseppäli, im ganzä Land bekannt R005-S-H10031

Einzel/Solo (-S-)

Es härzigs Meiteli Zum Schätzäli bin ich gangä, bi gleitig zionem cho R005-S-H10040

Einzel/Solo (-S-)

Gemsläckitossä-Juiz (Naturjodel) R005-S-H10010

Einzel/Solo (-S-)

Heech obä (Naturjodel) R005-S-H10046

Einzel/Solo (-S-)

Hirsgärtler-Juiz (Naturjodel) R005-S-H10019

Einzel/Solo (-S-)

Ich bin ä Jodlerbiob Ich mag mii nu bsinnä giod, wo miär der Ätti stolz hed gseid R005-S-H10034

Einzel/Solo (-S-)

Jodlersorgä Ich bi der Lunziköbäli, wotts gärn chli luschtig haa R005-S-H10029

Einzel/Solo (-S-)

Schönbüehl-Juiz (Naturjodel) R005-S-H10022

Einzel/Solo (-S-)

Uf der Egg Uf der Egg, uf der Egg, mys Hütteli staht R005-S-000001

Duo (-P-) (fr)

Le chasseur de chamois* Ce que Jean tourne dans sa tête R005-P-CS0102

Persönliche Angaben

Rymann Ruedi - Jodler, Komponist, Dichter, Älpler, Wildhüter, Schwinger


Ruedi Rymann ist am 31. Januar 1933 in Sarnen geboren und zusammen mit fünf Geschwistern aufgewachsen.

Das musikalische Talent hat er von seinem Vater Alfons geerbt. Er war musisch sehr begabt und spielte Orgel und war Gründungsmitglied des Jodlerklubs Sarnen und gleichzeitig deren erster Dirigent. Ebenfalls dirigierte er den Männerchor Giswil und die Musikgesellschaft und einige Vereine mehr. Auch seine Mutter war musikalisch sehr begabt und sang in einem Chor mit.

Als Ruedi 3-jährig wurde zog die Familie nach Giswil. Nach der Schulzeit konnte er aus finanziellen Gründen keine Lehre absolvieren. So hat er eine Stelle als Knecht angetreten, um Geld zu verdienen. Aus dem ersten ersparten Geld kaufte er sich dann ein paar Ski aus Eschenholz und er war schon bald begeisterter Schwinger. Später arbeitete er auf dem Glaubenberg für 2.- Stundenlohn bei einer Arbeitszeit von 10 bis 11 Stunden pro Tag. Unter den Arbeitern war auch Julius Stockmann. Er kannte ihn vom Zentralschweiz. Jodlerfest in Flüelen (1945) welches Ruedi mit seinem Vater und dem Jodlerklub Sarnen besuchen durfte. Dieser Tag mit den vielen Leute und den wunderbaren Jodelstimme von Stockmann hinterliess bei ihm einen tiefen Eindruck.
 

Später war Ruedi einige Jahre Älpler auf der Fluonalp und von 1958 bis 1961 auf Iwi-Alp. Er besuchte die Bergbauernschule Hondrich um die Käseherstellung, die Melktechnik, die Weidewirtschaft etc. richtig zu erlernen.
 

1958 heiratete Ruedi seine grosse Liebe, Hildi Durrer. Zusammen konnten sie das Heimetli Chälen erwerben. 1959 kam Tochter Käthi zur Welt. Nach Ruth, Trudy, Annemarie und Silvia folgte 1974 noch Sohn Peter. Jetzt war das Familienglück komplett.
 

Im Jahr 1960 war im Kanton Obwalden die Stelle eines nebenamtlichen Wildhüters ausgeschrieben. Ruedi hat sich beworben. Einundzwanzig Bewerbungen gingen ein und einige Wochen vergingen. Dann bekam Ruedi einen Brief mit der Nachricht, dass der Regierungsrat ihn zum Wildhüter gewählt habe. Er war nun nebenamtlicher Wildhüter und hatte nebst dem Alpen 100 Tage Dienst zu leisten. Da er eine Familie durchbringen musste und der Lohn so nicht reichte, fand er über den Winter bei einer Baufirma eine Anstellung. Nebenbei war er noch Milchwäger von drei Alpen. Einmal im Monat musste er bei diesen am Morgen und am Abend die Milch wägen.
 

Ruedi musste dann auch die neu eingeführte Jagdprüfung machen. Voller Tatendrang lernte er auf die Prüfung hin und nahm die Ausbildung sehr ernst. 1965 wurde die Wildhutstelle in eine Vollamtliche mit Monatslohn umgewandelt und Ruedi Rymann wurde in der Kapelle auf der Lütholdsmatt in Uniform vereidigt.
 

Am 20. Februar 1960 wurde im Hotel Krone der Jodlerklub Giswil gegründet. Ruedi Rymann war Gründungsmitglied und wurde Vorjodler. Seine glockenklare Stimme gehörte zum Grundklang des Klubs. Er war aber nicht der einzige gute Sänger. Gleichzeitig wurde der 23-jährige Edi Gasser von der Schulverwaltung Giswil zum Lehrer gewählt und er hat sich nach Anfrage der gesangsfreudigen Männer bereit erklärt, den Jodlerklub Giswil zu dirigieren. «Bärgfrüehlig» von Jakob Ummel haben sie als erstes Lied einstudiert und recht schnell war der Klub auf einem hohen Niveau.
 

Ebenfalls 1960 begann Ruedi im Duett mit Trudy Abächerli zu singen und etwas vorher schon als Solist. Die beiden wagten im gleichen Jahr am Zentralschweiz. Jodlerfest in Willisau teilzunehmen und erhielten sehr guten Kommentar für den Vortrag. Es war ein Duett, wie es in der Schweiz kein anderes gab. Ruedi sang nämlich als Mann die erste Stimme und Trudy Abächerli die zweite. Die beiden Stimmen passten ausgezeichnet zusammen. Einmal stand nach einem Soloauftritt in einem Festbericht: «Dass ein so begabter Jodler sich musikalisch begleiten lässt, ist uns absolut unerklärlich». Ruedi machte den Versuch ohne Begleitung zu singen. Aber das befriedigte ihn nicht. Er fand, dass zu seiner Art Jodelgesang eine musikalische Begleitung einfach passt. Verschiedene Akkordeonisten haben ihn anfänglich begleitet. Hans della Torre wurde aber sein ständiger jahrzehntelanger Handorgelbegleiter. Kennen gelernt haben sich die beiden 1962 am Eidg. Jodlerfest in Luzern. Es ergab sich zufällig, dass Ruedi ein Lied anstimmte und Hans ihn begleitete und zwar so, dass beide grosse Freude am Zusammenspiel hatten und den Grundstein für ihr gemeinsames langjähriges Musizieren legten.
 

Ruedi Rymann war auch ein hervorragender Komponist. Seine Lieder erzählen meist von Natur, Mensch und Tier und die meisten Lieder sind auch in der Natur entstanden. Sei es beim Wandern, beim Beobachten der Natur, Pflanzen und Tiere. Aber auch Menschen spielen in seinen Kompositionen eine grosse Rolle. Insgesamt hat er rund 50 Lieder und Juiz komponiert. Sein guter Freund und Wegbegleiter Edi Gasser hat seine Kompositionen jeweils perfekt aufs Papier gebracht.
 

Ruedi Rymann war immer mit vollem Einsatz bei der Sache. Halbheiten waren nicht sein Ding. Er hatte viel Erfolg und erhielt zahlreiche Ehrungen. 1962 gab es eine Radiosendung aus Kerns namens «Fir d Stadtliit verbottä». In dieser Sendung gab es einen Naturjuiz-Wettbewerb, den er gewann.
 

Er war auch im Jodlerklub Giswil sehr fleissig. Wer während zehn Jahren 90 % der Proben und Auftritte besuchte, erhielt ein Tablett mit Zinnbechern und einer Zinnkanne. Dieses Zeichen der Vereinstreue stand bei Rymanns in der Stube.
 

1971 erhielten Ruedi Rymann und Trudi Abächerli von der Plattenfirma «Tell Record» im Kursaal Bern den «Goldenen Tell». Das ist eine Auszeichnung für verdiente Interpreten von Schweizer Volksmusik und Gesang. 15 Jahre später durfte Ruedi einen zweiten «Goldenen Tell» in Empfang nehmen.
 

1982 feierte «Tell Record» mit einem grossen Volksmusik-Galaabend das 50-jährige Bestehen im Kursaal Bern. Alle Berühmtheiten von der Volksmusik- und Jodlerszene waren anwesend. Ruedi Rymann durfte für über 25'000 verkaufte «Schacherseppli» die goldene Schallplatte entgegennehmen. Und Ruedi Rymann und Trudy Abächerli erhielten für 25'000 verkaufte Musikkassetten und Schallplatten für den «Gemsjäger» eine weitere goldene Schallplatte. Nur in wenigsten Wohnzimmern in der Schweiz hängen zwei goldene Schallplatten.
 

Besonders hervorzuheben ist auch, dass er in vielen Vereinen und Kommissionen mit riesigem Engagement ehrenamtlich mitwirkte.
 

So war Ruedi von 1963 bis 1970 Präsident der Schwingersektion Giswil und anschliessend war er fünf Jahre Präsident des Ob- und Nidwaldner Schwingerverbandes. Ruedi Rymann hatte über 40 Jahre lang geholfen, den Brünigschwinget zu organisieren. Davon war er 9 Jahre OK-Präsident.
 

1980 Wurde Ruedi Rymann von der Gemeinde Giswil für sein erfolgreiches Schaffen ein erstes Mal geehrt.
 

1985 erhielt Ruedi Stellvertretend für das gesamte und vielfältige Volksmusikschaffen in Obwalden anlässlich eines Ehrenkonzertes den Heinrich Federer-Anerkennungspreis.
 

1987 wurde von Fernsehen DRS nach telefonischer Wahl erstmals der «Folklore Tell» vergeben, an Ruedi Rymann! Laudator war Adolf Stähli, was Ruedi besonders freute.
 

1992 erhielt er von Radio Eviva und «Sonntagsblick» den Ländler Ehrenoski, eine Bergkristallgruppe auf Holz.
 

Grosse Freude hatte Ruedi als ihm 1992 die Ehrenmitgliedschaft beim Zentralschweiz. Jodlerverband verliehen wurde.
 

2002 gewann er den Prix Walo in der Sparte Volksmusik/Jodelgesang.
 

2005 erhielt Ruedi die Freimitgliedschaft im EJV.
 

2007 war ein weiterer ganz grosser Moment. Ruedi wurde in Anwesenheit von Bundesrat Samuel Schmid den Obwaldner Kulturpreis verliehen und ebenfalls 2007 wurde der «Schacherseppli» beim Schweizer Fernsehen zum «grössten Schweizer Hit» gewählt. Er löste Polo Hofer mit «Alperose» ab.

Die Liste der Ehrenpreise wäre noch um einiges länger, aber alle aufzuzählen wäre sicher nicht im Sinne von Ruedi Rymann.

Ruedi blieb trotz des grossen Erfolges immer sehr bescheiden und bodenständig, aber er war auch offen für Neues.
 

Unvergesslich bleibt der Auftritt in der Sendung Benissimo im Jahr 1995 im Duett mit dem US-amerikansichen Opernsänger Simon Estes. Dieser TV-Auftritt war selbst für Ruedi Rymann ein Hühnerhautmoment. Simon Estes stimmte mit seiner tiefen Stimme «Old Man River» an und Ruedi Rymann antwortete mit seiner Jodelstimme und dem «Schacherseppli».
 

Grosse Freude hatte Ruedi Rymann auch, als seine Töchter Käthi und Annemarie dem Jodlerklub Giswil beigetreten sind und mit ihm und seinen Jodlerkollegen in der Reihe standen. Auch als Jodlerfamilie mit Käthi, Annemarie, Ruth und Silvia sind sie oft und gerne aufgetreten. In den letzten Jahren mit Sohn Peter als musikalischer Begleitung. Er hat es sehr genossen, mit seinen Kindern zu musizieren. «Äs isch scho rächt so», pflegte er zu sagen, wenn jemand nach musikalischem Rat fragte. Kritik gab es nie, aber grosse Unterstützung mit seiner positiven und auch offenen Art.
 

Leider erkrankte Ruedi Rymann im Jahr 2006 schwer. Er hat dieses Schicksal auf bewundernswerte Art und Weise angenommen und getragen. Während dieser Zeit hat er seine liebe Familie noch intensiver genossen. Gemeinsam haben sie Daheim im Chälen noch viele schöne und lustige Stunden erlebt, tiefe Gespräche geführt und zusammen gelacht und geweint.
 

Am 10. September 2008 wurde Ruedi Rymann von seiner unheilbaren Krebskrankheit erlöst. Er durfte im Beisein seiner Liebsten friedlich einschlafen und das von ihm tausendfach besungene «Himmelsgwändli» anziehen.
 

Ruedi Rymann war ein äusserst bescheidener Mann mit grossem Herz und unverkennbarer Jodelstimme. Der einzigartige Jodler hat ein grosses musikalisches Erbe hinterlassen, welches von seinen Kindern wunderbar weitergetragen wird. Ruedi Rymann hat das Obwaldnerland weit über die Landesgrenze hinaus bekannt gemacht, war ein grosses Vorbild und bleibt für immer unvergessen.
 

Quelle: Silvia Rymann, Tochter, Stand 18.9.2026 vA

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Note
EDJKV