Jakob Waespe ist in Wattwil SG aufgewachsen und hier hat er sein grosses musikalisches Wissen angeeignet eine bekannte Musikschule geführt. Zudem war er als Musikverleger tätig. Er erlernte das Akkordeonspiel von H. Wenk, Musiklehrer aus St.Gallen. 1930, mit jungen 21 Jahren, übergab ihm H. Lenk die lichtensteiger Zweigstelle. So konnte er für 2 Franken pro Lektion etwas zu seiner Briefträger-Tätigkeit dazuverdienen. 1946 heiratete er Helen Brunner. Mit ihr wohnte er in Wattwil in ihrem eigenen Haus, wo er fortan zusammen mit seiner Frau Musik unterrichtete. Auch mit ihren zwei Kindern Marlies und Ernst wurde viel musiziert. Jakob und Helen Waespe gründeten den Handharmonika-Klub Wattwil, aus welchem später das Akkordeon-Orchester Wattwil entstand. Walter Grob, Willi Valotti, Hans Oertle, seine Kinder erlernten unter anderen das Akkordeonspielen von Jakob Waespe. Die Kapelle Echo vom Toggenburg (Akkordeon-Tanz Orchester Waespe, Kapelle Waespe) wurde gegründet. Von 1949 bis 1961 präsidierte Jakob Waespe den Schweizerischen Akkordeon-Lehrer-Verband SALV. Als Juror bei Wettspielen und 1950 Organisator von Weiterbildungskursen für Akkordeon-Lehrer ist er Mitbegründer des Schweizerischen Akkordeon-Lehrer-Orchesters, mit Radiosendungen und zwei Schallplatten als Höhepunkte. Dass er daneben noch Zeit fand, sich als Dirigent, Kampfrichter und Komponist für das Jodellied einzusetzen, zeugt von seiner grossen Schaffenskraft. Seine ganz besondere Liebe galt dem Toggenburger- und Appenzeller Naturjodel. Durch sein unermüdliches Forschen gelang es ihm, viele Melodien aufzuschreiben, um sie der Nachwelt unverfälscht zu erhalten. Von 1935 bis 1961 dirigierte Jakob Waespe den Jodlerklub Männertreu Nesslau-Neu-St.Johann, 1938 zusätzlich den Jodlerklub Wattwil. Für seine Verdienste (er war von 1946 bis 1960 auch noch im Verbandsvorstand tätig) wurde Jakob Waespe im Jahre 1956 zum Ehrenmitglied des NOSJV ernannt. Von 1950 bis 1956 war er Zentralpräsident des Eidg. Jodlerverbandes und erhielt die verdiente Ehrenmitgliedschaft des EJV. Von seinen eigenen Liedern werden die Kompositionen „Alpfriede“, „Mis Deheime“, „Üses Völkli“, „s’Heiweh“ immer wieder gerne gesungen. Es war ein sehr schmerzlicher und herber Verlust, als Jakob Waespe im Jahre 1972 mitten in seiner beruflichen Arbeit von all den vielen Freunden Abschied nehmen musste, plötzlich und unerwartet.
Quellen: Buch 75 Jahre EJV, Buch 50 Jahre NOSJV, Angaben vom Roothuus Gonten Stand: 26.12.2024 TA
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