Komponisten / Lieder / Verlage / Textdichter

Detailansicht

Vorname Hannes
Nachname Fuhrer
Adresse Blumenweg 3
PLZ 3475
Ort Rietwil
Kanton BE
Telefon 062 961 31 47
Handy 079 509 35 44
E-Mailadresse johawifu@bluewin.ch
Geburtstag 14.08.1958
Personennummer F002

Werke von Hannes Fuhrer

LiedtitelAnfang 1. StropheEJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

Alpherbscht Der Näbel bettet d'Weide y, uf üsne liebe Bärge F002-M-000001

Männerchor (-M-)

Bärner Jodlerpredig Zum Gruess wei mir Dir singe. Zum Gruess e Jutz la gah F002-M-JM0001

Männerchor (-M-)

Bsinnsch di no ? Ganz fründli grüesst mi z'alte Hus u s'düecht mi ghöris Worte F002-M-000002

Männerchor (-M-)

Chilby im Dorf S'isch Chilby im Dorf, ja wäger s'isch Fescht F002-M-000003

Männerchor (-M-)

Chüejerglüt Herrlich schöne Summerabe, heile Fride töifi Rueh F002-M-000005

Männerchor (-M-)

Chum lueg ! Chum lueg! Fasch über d'Nacht, het üs der Föhn der Früehlig bracht F002-M-000004

Männerchor (-M-)

Di alti Linde Hie obe schtolz u chreftig schteit, di alti schöni Linde F002-M-000006

Männerchor (-M-)

E Hand voll Heimatärde Ganz lys erwacht e junge Tag, verschlafe geng no Dorf u Hütte F002-M-000007

Männerchor (-M-)

E nöie Tag Gang doch einisch am ne Morge, no gäb d'Sunne häll ufgeit F002-M-000008

Männerchor (-M-)

Es Lied Mir stimme jetz es Liedli a, s'tuet häll u fröhlich klinge F002-M-000009

Männerchor (-M-)

Früehligserwache Warmi Sunnestrahle wecke, di chalti Winterärde uf F002-M-000010

Männerchor (-M-)

Fründschaft Fründschaft isch nid nur es Wort, es tuet so viel bedüte F002-M-000011

Männerchor (-M-)

Gibel-Jutz (Naturjodel) F002-M-000012

Männerchor (-M-)

Gott-Wilche Jo "Gott Wilche!" Die gröschti Fröid heit Ihr üs gmacht F002-M-000013

Männerchor (-M-)

Halgefluehjodel (Naturjodel) F002-M-000014

Männerchor (-M-)

Herbschtläbe D'Weizeärn isch lengschtens für! Voll bis ungers Dach isch d'Schüür F002-M-000015

Männerchor (-M-)

Im Morgeliecht Im Morgeliecht, still u versunne stah n'ig im Guld vom erschte Strahl F002-M-000016

Männerchor (-M-)

Mis Plange Ja mis Härz was wosch mir säge? O, y weiss, du gisch nid Rueh F002-M-000017

Männerchor (-M-)

Nöis Läbe Es Chnöschpli blinzlet s'Sunne a, erwacht im junge Tag F002-M-000018

Männerchor (-M-)

Singe wei mir, Jutze wei mir Singe wei mir, jutze wei mir, mit enand chli fröhlich sy F002-M-000019

Männerchor (-M-)

Uf Schlafbüehle (Naturjodel) F002-M-000021

Männerchor (-M-)

Üsi alti Ämme Gwüss sit vielne Jahrmillione, gurglet z'Wasser scho is Tal F002-M-000020

Quartett (-Q-)

Abezyt Abezyt, uf üser Ärde, z'Tagwärch het scho lengschte Rueh F002-Q-000001

Quartett (-Q-)

Sunneschtrahle Feischter wärs uf üser Aerde, chalt u lähr rings uf der Wält F002-Q-000002

Quartett (-Q-)

Über mir Über mier da funkle d''Stärne, still vertröimt der Mond mier lacht F002-Q-000003

Kinderchor (-K-)

Chinderouge Lue mal! Gits de öppis schöners als es Chinderougepaar F002-K-000001

Kinderchor (-K-)

E schöne Troum Ganz e schöne Troum! I stah veruss im Garte, vorme Öpfelboum F002-K-000002

Kinderchor (-K-)

Es fröhlechs Jodlerhärz Jg ha n'es frölechs Jodlerhärz, ha Fröid a allem Schöne F002-K-000003

Kinderchor (-K-)

Sunneschtrahle Feischter wärs uf üser Aerde, chalt u lähr rings uf der Wält F002-K-000004

Kinderchor (-K-)

Üsers Büsi Mir hei Daheim e jungi Chatz, es glungnigs cheibe Pfuri F002-K-000005

Kinderchor (-K-)

Zäme singe Hüt wei mir für öich chly singe, i der schönschte Harmonie F002-K-000006

Terzett (-T-)

Abezyt Abezyt, uf üser Ärde, z'Tagwärch het scho lengschte Rueh F002-T-000001

Terzett (-T-)

Chinderouge Lue mal! Gits de öppis schöners als es Chinderougepaar F002-T-000017

Terzett (-T-)

D's Lache Z'Lache wird eim scho i d'Wiege gleit, s'git uf der Wält kei Mönsch F002-T-000002

Terzett (-T-)

E Bärgsee? E Bärgsee im herrliche Firnechranz? E töifblaue Himmel im Sunneglanz? F002-T-000014

Terzett (-T-)

Erwache No geng isch Nacht, als lyt im Dunkle, am Himmel gsesch no d'Stärne F002-T-000003

Terzett (-T-)

Es winteret Chalt chutet d'Bise über d'Fälder, blast z'letschte Loub us Boum u Haag F002-T-000004

Terzett (-T-)

Herbschtwald I bunte Farbe lüchtet jetz dür z'Land, der Wald treit wieder F002-T-000005

Terzett (-T-)

I der Stilli Zäntume Rueh u töife Fride, es Morgelüftli i de Haar F002-T-000006

Terzett (-T-)

Los uf dis Härz I gibe Dir als guete Fründ, e Rat, wo dir muesch merke F002-T-000007

Terzett (-T-)

Meienacht Meienacht, am Himmel Stärneglanz. Ghörsch i d'Rueh es Jützi klinge F002-T-000008

Terzett (-T-)

Nöiy Tön S'isch Früehlig scho im früeche März u Früehlig i mim Gmüet mim Härz F002-T-000015

Terzett (-T-)

Rägeboge E Boge spannt sich übers Tal, s'isch wäger d'Himmelstüre F002-T-000016

Terzett (-T-)

Sunneschtrahle Feischter wärs uf üser Aerde, chalt u lähr rings uf der Wält F002-T-000009

Terzett (-T-)

Toutröpfli Toutröpfli im Früehlig, uf Blettli u Gras, du lasch mi der Winter vergässe F002-T-000010

Terzett (-T-)

Und wieder einisch Und wieder einisch Früehligszyt! Und wieder Zyt zum Blüeje F002-T-000011

Terzett (-T-)

Was z'Müeti seit Lue, d'Liebi isch wie ne Garte, wo drinn e Rose schteit F002-T-000012

Terzett (-T-)

Zäme singe Hüt wei mir für öich chly singe, i der schönschte Harmonie F002-T-000013

Duett (-D-)

Abezyt Abezyt, uf üser Ärde, z'Tagwärch het scho lengschte Rueh F002-D-H10026

Duett (-D-)

Chinderouge Lue mal! Gits de öppis schöners als es Chinderougepaar F002-D-000001

Duett (-D-)

ds'Lache z'Lache wird eim scho i d'Wiege gleit, s'git uf der Wält kei Mönsch F002-D-H10015

Duett (-D-)

E Bärgsee? E Bärgsee im herrliche Firnechranz? E töifblaue Himmel im Sunneglanz F002-D-000002

Duett (-D-)

E schöne Troum! Ganz e schöne Troum! I stah veruss im Garte, vorme Öpfelboum F002-D-000003

Duett (-D-)

Es Winteret Chalt chutet d'Bise über d'Fälder, blast z'letschte Loub F002-D-H10030

Duett (-D-)

Füre Ätti Für mi Ätti tueni Singe, früeh am Morge scho bim Veh F002-D-000014

Duett (-D-)

Gibel-Jutz (Naturjodel) F002-D-H10016

Duett (-D-)

Halgefluehjodel (Naturjodel) F002-D-000004

Duett (-D-)

Herbschtwald I bunte Farbe lüchtets jetz dür z'Land F002-D-H10028

Duett (-D-)

I der Stilli Zäntume Rueh u töife Fride, es Morgelüftli i de Haar F002-D-000005

Duett (-D-)

Läbesglück Läbesglück het vieli Gsichter, Gsundheit, Liebi, Tanz u Wy F002-D-000006

Duett (-D-)

Los uf dis Härz I gibe Dir als guete Fründ, e Rat, wo dir muesch merke F002-D-H10025

Duett (-D-)

Luschtegi Zyte Hüt wei mer doch alli chli luschtig sy! Wei liede u jutze F002-D-000007

Duett (-D-)

Meienacht Meienacht, am Himmel Stärneglanz. Ghörsch i d'Rueh es Jützi klinge F002-D-000008

Duett (-D-)

Mis Liecht Du bisch mis Liecht ir dunkle Nacht! Mi Läbesfröid isch nöi erwacht F002-D-000009

Duett (-D-)

Nach em Tanze Inre warme Vollmondnacht, si mir nach em Tanze F002-D-000016

Duett (-D-)

Nöiy Tön S'isch Früehlig scho im früeche März u Früehlig i mim Grmüet F002-D-000010

Duett (-D-)

Rägeboge E Boge spannt sich übers Tal, s'isch wäger d'Himmelstüre F002-D-000011

Duett (-D-)

Sunneschtrahle Feischter wärs uf üser Aerde, chalt u lähr rings uf der Wält F002-D-000012

Duett (-D-)

Toutröpfli Toutröpfli im Früehlig, uf Blettli u Gras, du lasch mi der Winter vergässe F002-D-H10012

Duett (-D-)

Und wieder einisch ... Und wieder einisch Früehligszyt! Und wieder Zyt zum Blüeje F002-D-H10007

Duett (-D-)

Was z'Müeti seit Lue, d'Liebi isch wie ne Garte, wo drinn e Rose schteit F002-D-000013

Duett (-D-)

We d'Lüt nüm brichte Ja d'Wält isch doch so gross u wit, s'git vil verschiedni Lüt F002-D-H10019

Duett (-D-)

Zäme singe Hüt wei mir für öich chly singe, i der schönschte Harmonie F002-D-H10009

Einzel/Solo (-S-)

E so Gschichte! Gwüss es git uf üser grosse Ärde, aller gattig Gschichte das isch wahr F002-S-H10022

Einzel/Solo (-S-)

Es fröhlechs Jodlerhärz Ig ha n'es fröhlechs Jodlerhärz, ha Fröid a allem Schöne F002-S-H10020

Einzel/Solo (-S-)

Im Blüejet E hälle heitre Morge, am Himmel s'Sunne lacht F002-S-000001

Einzel/Solo (-S-)

Luschtegi Zyte Hüt wei mer doch alli chli luschtig sy! Wei liede u jutze! Bisch ou derby? F002-S-H10011

Einzel/Solo (-S-)

Nach em Tanze Inre warme Vollmondnacht, si mir nach em Tanze, z'Dörfli us F002-S-000002

Einzel/Solo (-S-)

Z'Tromsig drinn! Der Hansli dä isch z'tromsig drinn, weis nüm wo vor wo hinge F002-S-000003

Choeur d'hommes (-N-)

C’est en chantant C’est en chantant, c’est en youtsant, que nous vivons dans la joie F002-N-000001

Choeur d'hommes (-N-)

Ma jolie mélodie Une mélodie raisonne au loin, l'esprit d'un monde libre et serein F002-N-000002

Choeur d'enfants, -de jeunes (-O-)

des yeux d'enfant Oh vois! Qu'y a t'il de plus limpide que des yeux d'enfants? F002-O-000001

Persönliche Angaben

Hannes Fuhrer: Ein Leben für den Jodelgesang

Hannes Fuhrer wurde als Bergbauernbub in Hasliberg geboren und wuchs ohne Radio und Fernseher, aber dafür mit dem Jodelgesang auf. Als 18-Jähriger schrieb er sein erstes zweistimmiges Duettlied «Füre Ätti» auf der Alp Alpbiglen oberhalb Iseltwald, wo er für seine Eltern z Alp ging. Seine über 100 Jodellieder und Naturjutze gehen unter die Haut, die Texte sagen etwas aus. Und seit fast 40 Jahren dirigiert er Jodelchöre und singt als Einzeljodler, im Duett, Terzett und im Quartett. Jodeln ist für ihn eine Lebensphilosophie.

«Wir hatten nie einen Fernseher und auch lange keinen Radio. Also haben wir gesungen», erzählt Hannes Fuhrer. Hannes und seine fünf Geschwister durften alle ein Musikinstrument erlernen, er entschied sich für die Klarinette. Die Musik und der Jodelgesang wurden ihm bereits als kleiner Junge nahegebracht. Mit sechs Jahren musste er seinen geliebten Hasliberg verlassen und mit seiner Familie in den Kaltacker auf einen kleinen Bauernhof ziehen. – Ja, musste, denn gefallen hat es ihm zuerst gar nicht. «Es war nicht einfach, wir hatten unseren Hasliberger Dialekt und wurden in der Schule deswegen gehänselt.» Abgelegt hat er ihn nicht wirklich, ohne weiteres wechselt er heute noch vom Berndeutsch in den Hasliberger Dialekt. Im Nachhinein sagt Hannes Fuhrer: «Wir Kinder hatten eine wunderbare, freie und sehr schöne Kindheit und Jugend.» Mit etwa 14 Jahren liess er sich die Haare wachsen, rebellierte gegen das Jodeln und wollte nichts mehr davon wissen. Im zweiten Lehrjahr sang er häufig mit der Lehrmeisterin zusammen die alten Lieder von Jakob Ummel und Walter Hofer. Im Sommer, zwischen den Fachschulteilen 1 + 2, arbeitete er auf einem Landwirtschaftsbetrieb im «Buechibärg». An einem Sommerabend vor der Käserei hörte er das Singen und Jutzen der Jodler vom «Echo vom Buechibärg», welche im Restaurant vis-à-vis feierten. «Damals hat es mich so richtig gepackt», erzählt Hannes Fuhrer. «Als ich anfragte, ob ich mitsingen könne, hiess es, wir sind genug. Die Jodlerin, mit der ich dann über 20 Jahre lang Duette sang, setzte sich für mich ein und so sang ich als 22-Jähriger in meinem ersten Jodelklub, dem «Echo vom Buechibärg». Später absolvierte er die Chorleiter-Ausbildungen und übernahm vor fast 40 Jahren seinen ersten Chor, den Jodelklub «Alphüttli» in Niederscherli. Insgesamt hat er elf Chöre geleitet, ein Teil nur zur Überbrückung, bis ein junger Chorleiter die Ausbildung absolviert hatte. Das Kinderchörli Unteremmental gründete er mit und gab bis heute viele Kurse in der ganzen Schweiz.

Erstes Jodellied mit 18 Jahren geschrieben
Sein erstes Jodellied schrieb Hannes Fuhrer 1976 mit 18 Jahren auf der Alp Alpbiglen oberhalb Iseltwald, als er für seine Eltern z Alp ging. «Auf einem Fetzen Papier schrieb ich das Lied ‹Füre Ätti›, einfach so. Ich hatte noch keine Ahnung von Satzlehre», erzählt er. Sein erstes Chorlied, «Äs Lied» aus dem Jahre 1987, widmete er seinem damaligen Klub «Echo vom Buechibärg». Allerdings hatte der damalige Chorleiter keinen Gefallen daran und das Lied verschwand für Jahre in der Schublade. Später, als Chorleiter bei den Klubs Niederscherli, Grosshöchstetten, Hasle-Rüegsau und Alchenstorf, fanden seine Lieder Anklang. Seine Inspiration holt er sich in der Natur. «Ich kann stundenlang der Natur zuhören, dem Wind in den Baumkronen, hauptsächlich Nadelbäumen, dem Singen der Vögel und den verschiedenen Klängen des Wassers. Alles ist im absoluten Einklang und in Harmonie. Nichts stört.» Ein Naturmensch, der jeden Baum, jedes Tier und jede Pflanze kennt, welche hier heimisch sind. Seine Texte und Melodien nimmt er aus diesen Erlebnissen, welche ihm in den Träumen wieder begegnen. «Wenn ich aus einem Traum aufwache und einen Text und eine Melodie wie ein Bild vor mir habe, muss ich aufstehen und es festhalten. Wenn ich es nicht tue, ist es am Morgen weg und kommt nicht wieder», erzählt er. Seine Lieder korrigiert er nie, und wenn doch, kehrt er am Schluss doch wieder zum Ursprung zurück. In seinem Repertoire gibt es Liebeslieder und Lieder, welche aufrütteln, was eher selten vorkommt. Schon oft sei er mit seinen Texten angeeckt. «Weil ich das Leben beschreibe, wie es ist, und es nicht schönrede», sagt er. «Man erlebt Trauer und Freude in einem Chor. Ein Lied in den Chor zu bringen, welches einem Kameraden in seinem Glück oder auch in seiner Not guttut, empfinde ich als wundervoll, da ich im Lied diese Gefühle ausdrücken darf.» Ein für ihn spezielles Lied ist «Nöis Läbe», welches er während seiner Krebserkrankung geschrieben hat. Man könnte meinen, es sei ein trauriges Lied, doch nein, es ist ein sehr fröhliches. Das für ihn eindrücklichste Werk ist seine «Bärner Jodlerpredig». Ein Werk mit 1432 Takten, allen Tonarten und eineinhalb Stunden lang. «Wir haben das Werk mit 26 Aufführungen im ganzen Land und ausschliesslich in vollbesetzten Kirchen aufgeführt. Dabei zwei Mal im Berner Münster, das aus allen Nähten platzte und jeweils rund 500 Personen ausserhalb der Kirche zuhören mussten», freut sich Hannes Fuhrer.
Wohl nicht von ungefähr hört man Stimmen, die besagen, Hannes Fuhrer sei eine gesangliche Koryphäe, der in vier Oktaven singen kann und wohl einer der bekanntesten und erfolgreichsten Berner Komponisten der letzten 20 Jahre ist. Was bedeutet ihm dieser Erfolg? «Wenn ich merke, dass der Chor mit dabei ist, in der Musik aufgeht, begeistert ist und im Chor harmoniert, ist das für mich Erfolg. Im Bewusstsein, dass ich grosses Glück mit meinem Gehör und meiner Stimme habe, die mir geschenkt wurden.»

Dirigent seit fast 40 Jahren
Der Mangel an Chorleitern in der Jodelszene bewog Hannes mit seinem Können und Engagement, diversen Chören auszuhelfen. Er wollte die Leitung nur zwei, drei Jahre übernehmen.
Aus diesen zwei, drei Jahren wurden es beim «Jodlerchörli Wystäge» zwölf Jahre, beim Jodelklub «Heimat» Alchenstorf 27 Jahre und bei Hasle-Rüegau sind es mittlerweile 34 Jahre. Total ergibt das 138 Dirigentenjahre und 84 besuchte Jodelfeste, sogar mit Mehrfachauftritten.
«Als Dirigent muss ich die Menschen spüren, ihnen Achtung geben und auf jeden Einzelnen eingehen. Das schönste Singen und die beste Ausbildung nützen nichts, wenn dies nicht gelingt», ist Fuhrer überzeugt. Das ist ihm wohl in den letzten 40 Jahren gelungen. Zeitweise dirigierte er fünf Chöre und den Kinderchor und gab nebenbei Jodelkurse. Jeden Tag war er unterwegs. «Wenn ich ehrlich bin, war es zu viel, viel zu viel.» Vieles ging daneben kaputt. Mit Johanna Winkelmann fand er seine Seelenverwandte, zog mit ihr und den beiden kleinen Kindern nach Ochlenberg. Die drei Kinder aus erster Ehe waren zu der Zeit bereits erwachsen. «Heute sind wir eine einzige grosse Familie. Wir singen zusammen und unsere Kinder verstehen sich sehr gut», freut sich Hannes Fuhrer.

Ende April gibt er die Leitung des Jodelklubs «Heimat», Alchenstorf, und des «Jodlerchörlis Wystäge» ab. Das letzte von ihm geleitete Konzert in Alchenstorf berührte ihn tief. «Der Zeitpunkt, kürzer zu treten, ist jetzt gekommen. Ich habe viel gemacht und freue mich auf die Ruhe», sagt der bald 65-Jährige. «Bei Hasle-Rüegsau bleibe ich, bis jemand aus den eigenen Reihen den Dirigenten-Stab übernehmen kann. Danach würde ich gerne noch weiter singen, wenn es meine Stimme zulässt», verrät er seine Pläne.

Leben und Zeit geniessen
Hannes Fuhrer lebt seit neun Jahren zusammen mit Johanna Winkelmann auf der Howart in Ochlenberg, «im Paradiesli», wie er sagt. Bereits Jahre zuvor verliebte er sich bei einem Spaziergang in das «Heimetli». Es musste wohl so sein, dass die beiden es heute ihr Zuhause nennen dürfen. Der gelernte Landwirt arbeitete auf verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben, führte einige Jahre den elterlichen Betrieb und führte viele Jahre Bier aus, bevor er als Kunststeinhauer bei der Aebersold AG in Burgdorf arbeitete. Mit 60 liess er sich pensionieren und widmet sich seither voll und ganz der Howart. «Ich freue mich sehr auf die Ruhe und darauf, mehr Zeit mit Johanna verbringen zu können. Nur noch das zu machen, was ich will, was wir zwei wollen. Ich freue mich darauf, mehr Zeit für Spaziergänge mit unseren zwei Labradordamen, unseren Freundinnen, zu haben. Mehr Zeit für unsere Grosskinder. Zeit für unsere lebenden ‹Schneckenkörnern›, den Laufenten, unsere Gänse Napoleon und Désirée, den Hahn Felix mit seinen 30 Hühnern, die vielen Obstbäume, den grossen Garten und den Wald.» Mit Singen hört er nicht auf, die Momente mit seiner Partnerin im Duett oder mit Beat Holzer und mit Maria Kneubühler, Johanna Winkelmann, Peter Friedli und Othmar Steffen als Begleiter am Akkordeon im Quartett, geniesst er sehr. «Diese Momente sind mit keinem Geld der Welt zu bezahlen», sagt er. Und diese Aussage lässt einem spüren, dass Hannes Fuhrer ein sehr emotionaler Mensch ist, den vieles tief berührt.

Er hat sein Leben dem Jodelgesang verschrieben, gefällt ihm eigentlich auch andere Musik? «Ja, ich höre eigentlich alle Stilrichtungen, wenn die Musik harmonisch und rein ist. Rhythmik fasziniert mich und Perkussion. Dürfen wir uns auf weitere Lieder freuen? «Momentan bin ich an einem Werk mit fünf Liedteilen», verrät er zum Abschluss.

Bericht von Marianne Ruch, Zeitung Unter-Emmenthaler vom 6.4.2023

zurück
 
Note
EDJKV