Arnold-Meier Lisbeth (1962)

Lisbeth Arnold wurde als älteste Tochter von vier Kindern in Reiden LU geboren. Sie wuchs als Bauernmädchen in sehr bescheidenen Verhältnissen auf. Durch eine einjährige Stage beim damaligen Zofinger Café Haas fand sie als 17-jährige zum Jodelgesang. Ihr Patron und Seniorchef Charles Haas war ein grosser Fan des Zofinger Jodlerklubs Edelweiss und schenkte ihr eines Tages zwei Kassetten mit Jodelliedern. Vom Gwunder gestochen wollte sie unbedingt das Jodeln lernen und begann, fortan in freier Natur die Technik des Kehlkopfschlages zu üben. Nach Zofingen verschlug es sie ins Entlebuch, nach Schüpfheim, dort erhielt sie bei Vreny Allessandri-Stadelmann ersten Unterricht. Nachdem Lisbeth nochmals die Stelle nach Wangen bei Olten wechselte, erhielt sie privaten Unterricht bei Marie-Theres von Gunten und nahm an vielen Jodlerkursen des NWSJV, ZSJV und EJV teil. Förderer war aber auch Hans Hartmann, mit dem sie auch eine zeitlang Duett sang. Sie trat dem Jodlerklub Säli Olten bei und wurde dort stark gefördert. Später wechselte sie zum Jodlerklub Dagmersellen und gehörte nach der Heirat mit Moritz Arnold (1987) während 11 Jahren dem Jodlerchörli Heimelig am Gschweich in Schlierbach an. Sie singt zusammen mit Cornelia Steiger-Roos aus Hochdorf im Duett.
Vor der Heirat arbeitete sie als Familienhelferin. Auf dem elterlichen Hof (Lindenhof) ihres Gatten in Kulmerau / Triengen LU gebar sie drei gesunde Söhne. Auf dem Lindenhof entstanden die allermeisten Gedichte in Mundart und deutscher Sprache.
Sie liebt das Jodellied und erkennt, dass dieses Kulturgut wichtig ist für unser Land und ist daher immer wieder gerne bereit, es in irgendeiner Form zu fördern.
Auf dem Lindenhof entstanden unzählige Texte in Mundart und deutscher Sprache. Zum Teil eignen sie sich auch zur Vertonung – so konnte sie das Interesse von bis anhin 35 Komponisten verschiedener Sparten der Musikliteratur wecken. Momentan sind 95 Texte vertont.
In den Jahren 2000 bis 2002 führte sie in Eigenregie 5 Komponistentreffen durch. Sinn und Zweck war die Bekanntmachung und Vorstellung von neuen, aber auch bereits etablierten Jodelliederkomponisten in Wort und Ton. Die Idee hat nun verdankenswerterweise die Eidg.Jodlerdirigenten- und Komponistenvereinigung EJDKV übernommen.
In fast 20 Jahren fleissigen Wirkens entstanden über 200 Gedichte und Verse. In den Jahren 1997 und 1999 gab sie zwei Gedichtbändchen heraus.

Die Geschichten sind in einem Hörbuch „Härzöffnig“ gesammelt, welches im Frühjahr 2005 herausgekommen ist.

________________________________________________________________________

Die 3 erhältlichen Gedichtbändchen
.
- „Du bisch mer nooch
- „Us de Worzle vom Läbe
- „Troscht zor Truur

 können bestellt werden bei folgendem Verlag:

http://www.knapp-verlag.ch/buch/arnold/arnold/index.php
 

#

Einige Gedichte aus ihrer Sammlung:    
.
.
Emänt weisch nid
.
Emänt* weisch nid, dass s Öppis git,
vo dir, wo glych duet schwinge.
Und wemmer öppe zäme sind,
mis Härz, wie dis duet singe!
 
Emänt weisch nid, dis Gsicht elei,
wird wunderschön durs Lache.
Und duet so mängem Mönschehärz
en warme Strahl entfache.
 
Emänt ha n ich dir noni gseidt,
du seigsch mer schüüli wichtig.
Dass ohni dich Mängs ärmer wär;
Zytpunkt isch jetzt richtig!
 
Emänt chönnts no verlore goh,
mi Dankbarkeit för’s Wärde.
Du bisch mi Wägbegleiter gsy,
för d’ Reis uf dere Ärde.
 
Emänt isch s Läbe nur ganz chorz,
drum wemmers nid versuume.
Mit Freud und ächter Liechtigkeit,
en gschänkte Tag z bestuune!
 
Lisbeth Arnold 
 
Emänt*= Villicht
(ein Pflück-daraus-gedicht)
 
 
Beflügleti Tön
.
Wenn d Musig eim duet Flügel gäh,
beschwingt und sanft mag d Sorge näh,
de findet d Seel gliebti Ort,
denn d Musig redt mit eigne Wort.
 
Lass alls loh sy, blyb bi mer stoh,
de Klang vo mir söll dich umfoh.
Mi Melodie sie treidt di gärn
und trifft dis Härz im töifschte Chärn.
 
Sälbscht bi der Stimm, dur öise Gsang
beherrscht öis d Musig, s git Drang.
Drum lömmer öis uf d Musig y,
denn d Musig wott nor Sääge sy.
 
Lisbeth Arnold
 
 
Wärsch du en Melodie
 
Wärsch du en Melodie,
so müesst sie zärtlich sy.
Sie hätt en bsundre Klang
und das es Läbe lang.
Di eiget Melodie,
müesst zärtlich sy!
 
Wärsch du en Melodie,
müesst sie voll Lächle sy.
Sie wär voll Schalk und Freud,
so härzlich wär sie gstreut.
Di eiget Melodie,
müesst freudig sy!
 
Wärsch du en Melodie,
müesst sie voll Liebi sy.
Sie breichti d Härz bis ie,
mer chönnt ihr nid entflieh.
Di eiget Melodie,
würd Liebi sy!
 
Lisbeth Arnold
 
.
Wie d Natur
 
Jedi Seel bruucht Freud und Ruum,
ohni das do läbt sie chuum.
Wird s der Freud uf s Mol vill z äng,
isch mer mit em Läbe z sträng!
 
Wie d Natur loh fliesse loh,
lueg nor zue, de chasch s verstoh.
Breit di uus, wie s wyte Meer,
d Liebi setzt sich nie zur Wehr.
 
Lass öis zu de Blueme goh,
die düend i der Sunne stoh.
Wärme Chopf und Härz derby,
lass öis ou so glücklich sy!
 
Lisbeth Arnold
 
.
Am Obe vor der Linde
 
Dusse wylend näb der Linde
chunnt der müedi Tag als Fründ.
Gly scho möcht är nämli stärbe,
ihn nid z gniesse, wär en Sünd.
 
Dänke z Letscht ou a mis Wärche,
ha mer Müeh gäh, so isch s rächt.
Isch nid alles freudig gloufe,
hets en Sinn, s isch sicher grächt!
 
Han ich Sorge wo mich drücke,
nid nor Glanz beherrscht mi Wält.
Dur ne Ahnig chunnt s Vertroue,
das isch meh wärt, als viel Gäld!
 
Lisbeth Arnold
 
 
Spatz und Chäferwält
 
Hesch Chummer und Sorge, fallt dir alles schwär.
lohsch d Träne loh fliesse, schynt d'Zuekunft wie läär.
De gang, lueg de Spatze und Chäferwält zue,
sie läbe ihr Läbe, das schänkt ihne Rueh.
 
Sie chrüüche und flüüge der ganz lieb läng Tag,
duet öppis nid glinge, chunnt trotzdem kei Chlag.
Wird s'Frässe ou raner, keis Würmli in Sicht,
chunnt inne här s Mahne: „vertrou, das isch Pflicht!“
 
Drumm machs grad wie d Spatze und läb voller Muet.
Kei Spatz dänkt a Chatze, isch's Fäderchleid guet.
Tue s'Läbe meh gniesse, wie gschänkt liidt es zwäg,
due weniger dänke, vertrou nor dim Wäg!
 
Lisbeth Arnold
altes Gedicht, frisch korrigiert
 
.
Ganz eifach schön
 
Ganz eifach schön, du findsch no Zyt, um bimer z hocke
es richtigs Gschänk, wenn du för mich no Zyt chasch näh.
Mit dim Humor chasch mini Freud grad före locke,
dem vielfach schwäre Läbeswäg e Liechtblick gäh.
 
Ganz eifach schön, du machsch mer Muet, scho nor dur s Lache,
wenn voll Verständnis mini Hand i dini nimmsch.
Grad mit dim Satz, es chunnt scho guet, chasch Hells entfache,
und dur di Läbesfröid, es Hoffnigszeiche bringsch.
 
Ganz eifach schön, du zeigsch mer d Wält und sini Wunder,
mit offnem Blick vermagsch Begeischtrig wyter z gäh.
Uf einisch gsehn ich ou der Unterschied zum Plunder,
ganz eifach schön, das alles chammer vo dir näh!
 
Lisbeth Arnold
 
 .
5.8.2009 TA