
Häner Bruno
(15.2.1928)
Bruno Häner ist in Zullwil aufgewachsen, in jenem Teil im Kanton Solothurn, der nördlich der Jurakette liegt und im Volksmund „Schwarzbubenland“ heisst. Er verbrachte die Jugendzeit zusammen mit seiner älteren Schwester und sechs jüngeren Brüdern. Schon früh zeigte sich, dass die Musik etwas Wichtiges in seinem Leben bedeutet, denn schon als 8-jähriger „hantierte“ er an seiner Handharmonika. Nach sechs Jahren Primarschule in Zullwil und zwei Jahren an der Bezirksschule im benachbarten Nunningen führte ihn der Lebensweg vorerst in eine Fabrik. Später konnte Bruno in Basel die Ausbildung zum Damen- und Herrencoiffeur absolvieren. Mit 14 Jahren trat er in die Zullwiler Dorfmusik ein, lernte dort Noten lesen und Sopransaxophon sowie Klarinette spielen. Bereits als 15-jähriger leitete er die Knabenmusik.
1954 heirate Bruno
Dorli Schweizer aus Liesberg. Als dort 1959 der Jodlerklub „Bärgbrünneli“
gegründet wurde (Bruno war Mitgründer), besann man sich auf seine musikalischen
Fähigkeiten. Da er sich bis anhin noch nicht mit dem Jodellied befasst hatte,
stand er diesem Vorhaben zuerst skeptisch gegenüber. Danach befasste er sich
auch mit dem Klavierspiel, ergründete intensiv autodidaktisch die Tiefen der
Harmonie im vierstimmigen Chorsatz und wendete sich an den in Binningen
wohnhaften Komponisten Paul Müller-Egger. Mit dessen Unterstützung zu den ersten
zwei Liedern hat sich für Bruno die Welt zum Komponieren geöffnet. Auch auf die
Unterstützung des Musikprofessors Theodor Schweizer konnte er zählen. Bis heute
hat er für all seine Kompositionen die Texte selbst verfasst. Bruno Häners
Lieder bestechen durch einfallsreiche Ideenfindung, lebendige Melodieführung und
reizvolle Wechsel im rhythmischen Gefüge. Mit seinem Lied „E Jodler“ schaffte er
im Jahre 1983 den Durchbruch im Jodlerverband.
Mit Paul Müller-Egger zusammen hatten sie 1965 die Idee, sich mit den
Jodler-Dirigenten der Umgebung regelmässig zu treffen, um Erfahrungen
auszutauschen. So entstand der Jodler-Dirigentenverband „Nordjura“, der sich
letztlich zum Eidg.Verband entwickelte.
Bereits im Jahre 1967 berief man Bruno im NWSJV zum Kampfrichter und ebenfalls
im EJV. Dieses Amt bekleidete er während 29 Jahren, an sechs Eidgenössischen-
und vielen Unterverbandsfesten, eine Tätigkeit, die ihm viele wertvolle Kontakte
und innerliche Befriedigung brachte.
In den 45 Jahren,
von 1959 bis 2004, war er Dirigent der Jodlerklubs „Bärgbrünneli“ Liesberg,
Reinach BL, „Mys Dörfli“ Duggingen, „Jurarösli“ Moutier, „Ramstei“ Bretzwil,
Erschwil/Beinwil, Gem.Chor „Liederchranz“ Röschenz und während 20 Jahren der
Birstaler Jodler-Vereinigung. Für seine Verdienste in NWSJV wurde ihm die
Ehrenmitgliedschaft verliehen. Auch die Eidg.Jodlerdirigenten-Vereinigung und
verschiedene Klubs ehrten ihn mit der verdienten Ehrenmitgliedschaft.
Ein unvergessliches Erlebnis war für Bruno der Fahnenempfang und die Übergabe
der Zentralfahne an den Festort des 21.Eidg.Jodlerfestes Solothurn im Jahre
1990, wo der „Schwarzbueb“ vor einem grossen Publikum aus Politik, Armee,
Wirtschaft, Kirche und Kultur, zusammen mit einigen Hundert Jodlern,
Fahnenschwingern und Alphornbläsern mit seinem Lied „E Jodler“ den festlichen
Anlass umrahmte.
Beruflich wechselte er 1956 zur SBB. Nach 14 Jahren bis zur Pensionierung war er Abteilungsleiter in der Privatwirtschaft.
Quelle: Eigenbiographie, „Bärgfrüehlig“ 1/1998, Buch „75 Jahre EJV 1985“, Stand 3.8.2007, TA