Fenner Ernst
(geb. 10. 11. 1928)

Ernst Fenner wurde als Sohn eines Bäckerei-Konditorei-Ehepaares in Zürich geboren. Er war erst fünfjährig, als seine Eltern aus gesundheitlichen Gründen in der ländlichen Gemeinde Kümmertshausen TG eine Bäckerei-Konditorei mit Gasthaus erwarben. Hier, im Kanton Thurgau, erlebte Ernst mit zwei Geschwistern zusammen eine sehr schöne und glückliche Schul- und Jugendzeit. Nach seiner Sekundarschulzeit begann für ihn die Lehre als Bäcker-Konditor im elterlichen Geschäft, die er mit einem Spitzenresultat abschloss und anschliessend noch weitere Jahre im Betrieb mithalf. Es war l954, als der 26-jährige, vielseitig begabte und initiative Ernst Fenner auf ein „Jodlerzeitungs“- Inserat hin seinen Wohnsitz berufs- und „jodelhalber“ nach Zürich verlegte, um eine Stelle als Chef-Konditor anzutreten und gleichzeitig als Jodler ins „Jodler-Sextett“ einzutreten. 1958 verheiratete er sich mit der schon im Thurgau kennen gelernten Käserei-Tochter Ursula Felix, deren Ehe vier Töchter geschenkt wurden.  Gleichzeitig übernahm das junge Ehepaar eine Bäckerei-Konditorei mit späterem zusätzlichem Torten-Engrosvertrieb, das sie während 37 Jahren erfolgreich führten. 

Die musikalische Laufbahn
Schon mit 10 Jahren konnte sich Ernst im Handorgelspielen ausbilden lassen, als 16-jähriger erteilte er bereits selber Handorgel-Unterricht und mit 18 Jahren gründete und dirigierte er einen bis zu 20 Mitgliedern angewachsenen Handharmonikaklub. Parallel dazu war er Gründer und Leiter der Ländlerkapelle „Heimatgruess“, musikalischer Begleiter zweier Thurg. Volkstanzgruppen  und erlernte auch noch das Trompetenspielen in Sulgen TG.

Die jodelgesangliche Laufbahn
Sie begann 1948 mit dem Beitritt zum Jodelklub „Heimatchörli“ Amriswil,  obwohl Ernst Fenner schon früher mit seiner Schwester Alice öfters die Gäste im elterlichen Gasthaus mit Jodelgesang erfreute. Eine steile und erfolgreiche Karriere begann jedoch ab dem Jahr 1954, als er (gemäss oben erwähntem Jodlerzeitungs-Inserat) dem bestbekannten und ältesten Jodelchor der Schweiz – dem Jodler-Sextett des Turnvereins „Alte Sektion“- beitreten konnte. Volle 41 Jahre gehörte Ernst dem Sextett als Jodler an und wurde (auch als Solo- und Duett-Jodler) an all den vielen Jodlerfesten immer mit der Höchstklassierung 1 belohnt. Dies vor allem, weil Ernst Fenner sich glücklicherweise während rund 30 Jahren von seinem Sextett-Ehrendirigenten Hans W. Schneller als Jodler - wie auch als Dirigent - weiterbilden konnte. Demzufolge leitete Ernst das Jodler-Sextett während 10 Jahren erfolgreich  als Dirigent, wie auch als Obmann.  Anschliessend übernahm er als Dirigent den JK Oberwinterthur, das JDQ Kilchberg , den JK „Alphüttli“ Zürich und die Winterthurer Jodler-Vereinigung. Ab 1991 bis heute entstanden zudem  rund 20 Eigenkompositionen für Chor und Duett.  Auch dem Nordostschweiz. Jodlerverband diente Ernst Fenner als Jodellehrer, Kurschef, Verbandspräsident und Juror, dem „Eidgenössischen“ ebenso als Kurschef und Juror.

Eine beinahe 60-jährige, initiative und sehr erfolgreiche jodlerische Laubahn schliesst Ernst Fenner im Frühling 2007 nun ab mit dem Rücktritt als Chordirigent beim letzten seiner fünf dirigierten Jodelchöre ! Seine stets grosse Liebe und tiefe Verbundenheit zum Jodelgesang  (immer verständnis- und liebevoll unterstützt von seiner Ursula)  wird aber fortdauern, indem er auch weiterhin, so lange es  die Gesundheit ihm erlaubt, Aus- und Weiterbildungs-Lektionen an Jodlerinnen und Jodler erteilen und so „einem Leben für den Jodelgesang“ treu bleiben wird !

Berufs-Tätigkeit

1947 Lehrabschluss-Prüfung als Konditor-Bäcker im elterlichen Geschäft (drittbestes Resultat im Kanton TG)
1947 – 1954 Mitarbeit im elterlichen Geschäft
1954 – 1958 Konditor; später Chef-Konditor in der Firma W. Beringer, Zürich
1958 Heirat mit Ursula Felix, Übernahme einer Bäckerei-Konditorei an der Badenerstr. 558 in Zürich-Altstetten
1969 Umorganisation, Modernisierung und Spezialisierung des Betriebs auf Quarktorten-Fabrikation (Engros-Verkauf)
1995 Übergabe des Geschäftes (altershalber), AHV- und Privatleben

Berufsverbands-Tätigkeiten

1958 Beitritt zum Bäcker-Konditormeister-Verein Limmattal und Umgebung
1966 – 1970  Sekretär im Vorstand
1970 – 1976 Kassier im Vorstand
1974 – 1977   Rechnungs-Revisor des Zürcher Kant. Berufsverbandes
1976 – 1982 Beisitzer im Vorstand
1982  Rücktritt aus dem Vorstand, Ernennung zum Ehrenmitglied
Ab 1983   Als Ehrenmitglied weiterhin im Verein

Vereinstätigkeit

1946 – 1954 Gründer, Präsident und zugleich auch Dirigent eines Thurg. Handharmonika-Klubs (25 Mitglieder)
1947 – 1952 Volkstüml. Tanzkapelle „Heimatgruess“, gegründet und geleitet
1947 – 1954 Mitglied des ortsansässigen Männerchors Kümmertshausen-Engishofen TG als 1. Tenor. An verschiedenen Theater-Aufführungen als Regisseur tätig.
1951 – 1954 Musikalischer Begleiter von 2 Thurg. Volkstanzgruppen (Weinfelden & Höfe)
1947 – 1954 Mitglied der Schützengesellschaft Kümmertshausen – Engishofen TG
1952 – 1954 Schützenmeister
1952   Auszeichnung mit der Meisterschafts-Medaille des Kt. TG, Auszeichnung mit der Feldmeisterschafts-Medaille des Schweiz. Schützenvereins, Mitglied der Bezirks-Matchgruppe des Kt. TG.
Ab 1987 Dirigent der „Ehemaligen des Handh.-Clubs K-hausen & Umgebung

Tätigkeiten in Jodlerklubs

1948 – 1954 Mitglied als Jodler im Jodlerklub „Heimatchörli“ Amriswil TG
1950 – 1954 Verschiedene Male aushilfsweise gejodelt in den Jodlerklubs Weinfelden TG und Schönenberg TG.
Ab 1954  Jodler beim Jodler-Sextett des TV alte Sektion Zürich
1967 – 1973 In der Obmannschaft als Schriftführer (Sekretär)
1967 – 1980 Vize-Obmann
1980 – 1986 Obmann des Jodler-Sextetts
1984 – 1993 Dirigent des Jodler-Sextetts
1994 – 1995 Als 1. Tenor und 2. Jodler unter jüngerem Dirigenten

Nordwestschweiz. Jodlerverband NOSJV

1949  Eintritt in den NOSJV
1968 – 1972 Mitwirkung als Jodel-Lehrer an sämtlichen durchgeführten Jodlerkursen (2 Mal als Vize-Kursleiter) des NOSJV. Besuch der Dirigenten- und Kampfrichterkursen
1972 – 1976 Wahl in den NOSJV-Vorstand (DV in Bischofszell TG als Kurschef (Leiter von NOSJV-Kampfrichter-, Dirigenten- und Jodlerkursen), 1 Kurs im NWSJV
1974  An der DV Ernennung zum Veteran des Eidg. Jodlerverbandes
1975 – 1983 Präsident des NOSJV (Wahl an der DV in Weinfelden TG)
1979 – 1982 Mitglied der „Jubiläumsbuch-Kommission“
1983 An der DV in Sargans SG, Rücktritt als NOSJV-Präsident, Ernennung zum NOSJV-Ehrenmitglied
1986 – 1994 Kampfrichter an Jodlerfesten
Ab 1995 Obmann der Jo-Kursleitung

Eidg. Jodlerverband EJV

1975 Wahl in den Zentralvorstand des EJV
1975 – 1977 Protokollführer
1977 – 1983 Eidg. Kurschef, Leitung aller Eidg. Kampfrichterkurse und –tagungen für Jodelgesang, Betreuung der Eidg. Alphornbläser- und Fahnenschwinger-Kursen für Kampfrichter und Kursleiter
1981 – 1983 Mitglied der „Kommission für ein neues Bewertungs-System“
1981 – 1983 Mitglied der „EJV-Statutenrevisions-Kommission“
1983 An der DV in Vevey: Rücktritt als EJV-Kurschef aus dem ZV und Ernennung zum Eidg. Ehrenmitglied
1987 – 1984 Kampfrichter

Bremgarten-Konzerte

1973 – 1980 Vize-Präsident des Stiftungsrates „Bremgarten-Konzerte“
1980 – 1986 Präsident des Stiftungsrates „Bremgarten-Konzerte“
1986 – 1993 Mitglied des Stiftungsrates „Hans-Binz-Fonds“

Quelle: Eigenbiografie, TA, Stand 28.9.2006