Bracher-Hostettler Hanni
(9.5.1920 – 19.06.2001)

Hanni Bracher wuchs im aargauischen Kölliken auf. Schon als Schulkind jodelte sie aus vollem Herzen und genoss während dieser Zeit ihren privaten Klavierunterricht. Mit 18 Jahren trat sie als Einzeljodlerin dem EJV bei. Mit ihrem Mann, Adolf Bracher, pflegte sie während vieler Jahre das Duettsingen und wirkte gleichzeitig auch als Gruppenjodlerin im Jodlerklub „Edelweiss Zofingen“ mit. Ab 1969 - 1986 leitete sie als versierte Dirigentin diese Gruppe. Ab 1967 stand sie der Trachtengruppe Oftringen vor, sowie während rund 10 Jahren dem Jodlerklub "Echo" Reitnau.

Gerne erinnerte sich Hanni Bracher auch an ihre vielen In- und Auslandauftritte, war sie doch mit dem „Edelweiss“ Zofingen Gast in London, Wien, Denzlingen (D), Portugal und für zwei Wochen sogar in Amerika unterwegs.

Viermal wurde Hanni Bracher als Kampfrichterin im Jodelgesang eingesetzt, nämlich in Reinach, Rheinfelden, Olten (alle NWSJV) und am Eidg.Jodlerfest 1981 in Burgdorf. Viele Jahre leitete sie Jodlerkurse auf privater Basis; einige Male war sie auch als Kursleiterin im NWSJV eingesetzt. Zum Dank für ihren vorbildlichen Einsatz wurden ihr 1973 das Stukerlegat, 1976 die Ehrenmitgliedschaft des NWSJV und 1988 die Freimitgliedschaft des EJV verliehen.

Hanni Bracher ist wohl mit ihrer Familie allen Jodlern in der Schweiz bekannt, hat sie es doch verstanden, drei Generationen aktiv zum Volks- und Jodellied zusammenzubringen. Durch ihre Initiative (Fernsehen, Schallplatten) sind viele wenige bekannte Melodien zu neuem Leben erweckt und einem breiten Publikum bekannt gemacht worden.

Als Komponistin hat Hanni Bracher neben 7 Chorliedern zahlreiche Werke für das Duett- und Terzettsingen geschaffen. Es sind vor allem die Terzettlieder, mit denen sie eine Lücke geschlossen hat und die heute an Konzerten und Jodlerfesten gerne gesungen und gehört werden. Ihre Lieder zeichnen sich durch luftiges Kolorit, feine Melodik und klangvolle Jodel aus. Sie bevorzugt naturverbundene Texte, die auf schlichte Art die vier Jahreszeiten besingen. Daneben liebt sie aber auch fröhliche, neckische und humorvolle Texte. Diese stammen aus der Feder von Lini Brüschweiler, Ida Schweizer, Ruth Staub und Beat Jäggi. Anlass zu den Kompositionen waren die verschiedenen heimatlichen Anlässe wie etwa der Abend des kulturellen Vereins „Baustein“ in Strengelbach AG, die Jodlerabende mit ihrem Klub in Zofingen und verschiedene Jodlerfeste. Aber auch persönliche Erlebnisse haben Hanni Bracher zu neuen Kompositionen animiert.
Schon ihr Erstling „Lönd doch ou die Rössli springe“ führte zu einem Erfolg. Ihm folgten „Daheim“, „Heizue“, „I chome durs Wägli“, „E Schiner voll Öpfel“ und andere, nach Gedichten von Lini Brüschweiler, „Blyb doch stoh“, „Juhe und Juhei“, „Troscht“, „E guete Root“ (Ida Schweizer), „Tanzliedli“ und „Vorusse rüeft der Gugger“ (Beat Jäggi), „Früehligslüftli“ und „O Härz säg Dank“ (Ruth Staub).

Quelle: Buch 75 Jahre EJV, ergänzt durch Niklaus Bracher (Sohn)
Stand: 25.8.2008 TA