
Alioth
Georges
(8.6.1921)
Georges Alioth wurde in Willigen bei Meiringen BE geboren. Die Eltern zogen
schon früh nach Biel-Madretsch, wo Georges zusammen mit drei Schwestern
aufwuchs und die Schulzeit verbrachte. Er lernte Maschinenschlosser in der
SBB-Lehrwerkstätte, denn er wollte wie sein Vater Lokomotivführer werden. Aus
diesem Beruf wurde aber nichts wegen seiner Augenschwäche. In seinem erlernten
Beruf arbeitete in an verschiedenen Stellen, auch als Waffenmechaniker in der
Berner Zeughaus-Büchsenmacherei und liess sich weiterbilden. In seinem Beruf
war er aber nie ganz glücklich, bis er vom Kanton Bern im Jahre 1976 in die
Stelle als Kläranlagenkontrolleur berufen wurde. Dabei kam er im ganzen Kanton
in die verschiedenen Regionen und war dabei selbst Herr und Meister.
Georges
war aber ein begabter Musiker. Mit seiner Schwester Mathilde gründete er 1938
die „Kapelle Geschwister Alioth“. Als er sich auf die Werkmeisterprüfung
vorbereiten musste, wurde diese Kapelle wegen Zeitmangel wieder aufgelöst. Im
Jahre 1958 spielte er wieder, am Anfang aushilfsweise,
im Tanzorchester „Scala“, wo er während 15 Jahre als Musiker
verpflichtet wurde. Danach kam der Entschluss, sich ganz der Jodlersache zu
verschreiben.
Schon
1937, kurz nach seiner Schulzeit, wurde er Mitglied im Jodlerklub „Heimelig“
Biel und ein Jahr später bei den „Stadtjodlern Biel“. 1963 berief man ihn
zum Dirigenten, ein Amt, das er fast 30 Jahre lang ausübte. Dabei kam er zu
grossen Erfolgen, diverse Platten wurden aufgenommen, vor allem auch mit dem
Jodelduett Sonja Aebi – Pirmin Jaun, das er viele Jahre mit seiner Handorgel
begleitete. Seine früher erlebte Musikerzeit war ihm dabei immer nur von
Vorteil. Auch verschiedene andere Einzeljodler/-innen und Duette hat er
zeitweise begleitet.
Als
die Nachfrage von Dirigenten immer grösser wurde, übernahm Georges vorübergehend
verschiedene Klubs in den Regionen Biel – Bern – Burgdorf, 6 Jahre als
Dirigent beim bekannten Klub „Berna Bern“ sind dabei besonders zu erwähnen.
Georges
Alioth ist aber auch ein erfahrener Komponist. In den 60-er Jahren entstand
seine erste Komposition, der Naturjodel „Lohngässler“. Sein Durchbruch
gelang ihm aber mit dem Duettlied „Mis Müeti“, das immer noch viel zu hören
ist. Aber erst durch die grosse Unterstützung seiner Lehrmeister im Komponieren,
Paul Müller-Egger und Jean Clémençon, wagte er sich auch vermehrt auf
Chorlieder. Bis heute sind etwa 70 Lieder und Naturjodel entstanden, wovon etwa
die Hälfte veröffentlicht sind. Zu den bekanntesten zählen „Burevolk und
Jodellüt“, „Dr Kienbächler“, „Mys Müeti“, „Läbesfreud“, „Die
alte Tage“, „Ds arme Chnächtli“, „Es Jödeli“.
Bei
der Eidg. Jodlerdirigentenvereinigung war Georges 1961 Mitgründer und gehörte
von 1974 bis 2002 dem Vorstand an.
Den
Lebensabend verbringt Georges mit seiner Ehefrau Margrith in seinem von der
Natur umgebenen Chalet auf dem Twannberg, in Lamboing BE.
Quelle:
persönlich, Titus von Arx, Stand 22.12.06