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Vorname Ernst
Nachname Theiler
Geburtstag 1877
Todestag 1934
Personennummer T001

Werke von Ernst Theiler

Liedtitel Anfang 1. Strophe EJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

Goldiwiler-Jodel (Naturjodel) T001-M-MS0279

Persönliche Angaben

Ernst Theiler stammte aus einer Bauernfamilie aus Faulensee, wo er im Jahr 1877 geboren wurde. Hier besuchte er die Schule und später die erweiterte Oberschule in Spiez. Mit den Kenntnissen der Primarschule ausgebildet, trat er in das Seminar Hofwil ein. „S’Fuleseemantschi“ betitelte die damalige Jugend den jungen Seminaristen. Mit Fleiss und Tatkraft brachte er es bald zu einem der Ersten in seiner Klasse.

Nach Austritt aus dem Seminar wurde er an die Primarschule Ligerz und später an diejenige von Burgdorf gewählt. Die junge Lehrer, der während seiner Schulzeit nur den primitivsten Musikunterricht genoss, bildete sich zu zähen Fleiss und eiserne Energie, durch Besuch von Dirigentenkursen usw. zu einem tüchtigen Chordirigenten aus.

Im Jahr 1906 wurde Ernst Theiler an die Sulgenbachschule gewählt, deren Lehrkörper er bis zu seinem Tode angehörte. Im gleichen Jahre trat er der Berner Liedertafel bei. In Bern stand ihm nun ein grosses Feld für seine musikalische und pädagogische Tätigkeit zur Verfügung. Er leitete verschiedene kleinere Vereine, übernahm später den Postmännerchor, den er 11 Jahre dirigierte, nachher übernahm er den Heiliggeistkirchenchor, welchem er 6 Jahre als Dirigent vorstand. Auch das Chörli der Liedertafel leitete er einige Zeit.

Auf dem Gebiete des Volks- und namentlich des Jodelgesanges war er eine Autorität, so dass er im Jahr 1933 als Kampfrichter für das eidgenössische Jodlerfest vorgesehen war, welches Ehrenamt er leider krankheitshalber nicht übernehmen konnte, zum Leide einer grossen Jodlergemeinde.

Im Jahr 1920 wählte ihn der Berner Jodlerklub zu seinem Dirigenten. Hier war Freund Theiler an einen Platz gestellt, wo er seine musikalischen Fähigkeiten auf dem Gebiete des Volksgesanges so recht entwickeln konnte. Seinem energischen Schaffen verdankt der genannte Klub seinen Aufstieg. Wer ihn in den Gesangsproben an der Arbeit gesehen, hatte Einblick in sein ernstes Schaffen und in seine nie erlahmende Energie. Für diesed Schaffen dankte ihm der Berner Jodlerklub im Jahr 1932 durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

Ernst Theiler war auch ein vorzüglicher Erzieher und seine pädagogischen Fähigkeiten waren wohl bestimmend, dass ihm das Amt eines Übungslehrers am Seminar Monbijou anvertraut wurde.

Ernst Theiler war im Allgemeinen eine seriöse, sogar vielleicht eine etwas verschlossene Natur. Wer aber das Glück hatte, mit ihm zu arbeiten, dem erschloss sich ein tiefes, reiches Innenleben, dem war er ein Freund in des Wortes bester Bedeutung. Wo er aber auf Falschheit oder Charakterlosigkeit stiess, da konnte er nur schwer verzeihen.

In seinem musikalischen Schaffen, das er auch ganz besonders auf die Kirchenmusik, auf Schütz und Bach, ausdehnte, erlebte er die bittersten Stunden seines Lebens, welche durch ein seelisches Leiden wohl den Anlass zu seinem körperlichen Leiden geworden sind, und von welchem er sich leider nicht mehr erholen konnte.

 

Quelle: Jodlerzeitung vom 8.2.1934, Stand 11.4.2013 TA

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Note
EDJKV