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Vorname Walter Walter Brechbühler
Nachname Brechbühler
Geburtstag 08.05.1917
Todestag 12.01.2005
Personennummer B025

Werke von Walter Brechbühler

Liedtitel Anfang 1. Strophe EJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

D Loube Der Stolz vo üsem Burehus isch d Loube mit de Blueme B025-M-000001

Männerchor (-M-)

Hornusserlied Chum isch Sunndig z'Mittag düre göh mir üsem Spielplatz zue B025-M-000002

Männerchor (-M-)

Ob em Näbel We du im dicke Näbel steisch u der Wäg nümme wyter weisch B025-M-000003

Männerchor (-M-)

S'isch halbi gsy We's gmüetlech isch u alls im Schuss, de chunnt der Wirt B025-M-000004

Duett (-D-)

Schmätterling Bi Früehligswermi u Sunneschyn entschlüft der Schmätterling sym Hus B025-D-000001

Persönliche Angaben

Walter Brechbühler ist im Schachen in Utzenstorf aufgewachsen. Hier besuchte er die Primar- und Sekundarschule. Er absolvierte in Solothurn eine Lehre als Elektriker, machte später das Meisterdiplom und führte ein eigenes Elektrofachgeschäft in Utzenstorf. Seine Frau schenkte ihm drei Kinder, zwei Mädchen und ein Knabe.

Im Jahre 1943 wurde Walter angefragt, ob er sich bereit erklären würde, mit einigen Mitgliedern des Männerchors und Freunden aus dem Turnverein ein paar Jodellieder einzuüben. Diese Herausforderung reizte ihn, galt es doch, inmitten der schwierigen Kriegsjahre etwas Neues aufzubauen. Er konnte sich schlecht abgrenzen, konnte nie nein sagen. Also übernahm er die Leitung des Turnerchörli. Aber schon bei der ersten Zusammenkunft im Säli des Restaurants Frohsinn stellte sich heraus, dass die Stimmenregister sehr unausgeglichen waren. Sollte wirklich ein Chor gegründet werden, dann mussten dringend weitere Mitglieder geworben werden. Diese wurden in den Reihen der Hornusser gefunden. Man fing an zu üben, und schnell war das Echo gross, denn in eben diesen Kriegsjahren bot ein regelmässiger gesellschaftlicher Anlass eine willkommene Abwechslung zum strengen und belasteten Alltag. Das war die Geburtsstunde des Jodlerchörli Utzenstorf.

Durch einen besonderen Glücksfall kam Walter in Kontakt mit dem grossen Meister Hans Schweingruber. In väterlicher Weise förderte, unterstützte und begleitete er ihn, den unerfahrenen Anfänger. Aus einer engen Zusammenarbeit entstand schliesslich eine lange und unverbrüchliche Freundschaft.

Die Probenarbeit während der Kriegsjahre war hart, und vielleicht gerade deshalb von Erfolg gekrönt. Den Weg von Helgisried, seinem damaligen Arbeitsplatz, nach Utzenstorf legte er per Fahrrad und Bahn zurück. Eine beschwerliche Reise. Aber er war jung und motiviert. Unter diesen Voraussetzungen war er gerne bereit, auch grosse Anstrengungen in Kauf zu nehmen.

Ein Jahr nach Kriegsende wurde in Luzern die Tradition der Eidg.Jodlerfeste wieder aufgenommen. Ihre Erwartungen waren ausserordentlich gross, bot sich ihnen doch zum ersten Mal eine Gelegenheit, sich von einer kompetenten Jury beurteilen zu lassen. Bevor sie sich im Luzerner Kunsthaus dem Publikum und den kritischen Experten stellten, begutachtete Hans Schweingruber ihre jodlerischen Fähigkeiten. Ihr Vortrag, das „Chüejerbuebelied“ von O.F.Schmalz, wurde von drei hochkarätigen Kampfrichtern bewertet: Gassmann, Fellmann und Ruprecht. Das Resultat war eine Note 1. Die Nagelprobe war bestanden.

Je länger je mehr boten sich Gelegenheiten, mit Fachleuten aus der Jodlerei wertvolle Kontakte zu knüpfen. Eine wichtige Bezugsperson und ein enger Vertrauter wurde in der Folge Arnold Bartlome. Auch Jakob Ummel und Robert Fellmann wurden zu seinen Vorbildern und Identifikationsfiguren. Die Begegnungen mit ihnen waren ihm unvergesslich. Ein Dirigentenkurs in Bern, unter der Leitung von Hans Schweingruber, bildete einen Meilenstein in seiner jodlerischen Laufbahn. Er erweiterte seine Kenntnisse und erwarb mehr Sachkompetenzen.

Nach diesem Kurs wurde er sehr schnell zum Lehrer für Jodler- und Dirigentenkurse befördert. Seine Tätigkeit als Ausbildner konzentrierte sich nicht ausschliesslich auf den Kanton Bern, sondern auch auf die Innerschweiz und das Welschland. Diese Aufgabe hat ihm stets sehr viel bedeutet und viel Befriedigung und Erfüllung gegeben.

1953 wurde er in Grindelwald zum Kampfrichter gewählt. Dieses anspruchsvolle Amt übte er an vielen eidgenössischen und regionalen Festen in allen Landesteilen aus. In Sarnen 1993 war sein letzter Einsatz. Für Aus- und Weiterbildung der Kampfrichter stellte er sowohl für den BKJV als auch den EJV seine Dienste sehr gerne zur Verfügung.

Dem Jodlerchörli Utzenstorf und der Gemischten Jodlergruppe stand er rund fünfzig Jahre als Dirigent vor. Er dirigierte auch die Jodlerklubs von Recherswil, Biberist, Herzogenbuchsee, Riggisberg, Burgdorf und Mattstetten. Die letzteren nur aushilfsweise, zwischen einem und vier Jahren. Seine Abendgestaltung und die Freizeit waren somit ausgefüllt.

Nach Jahren der Verbundenheit und langjähriger Treue zum Verein kam Walter Brechbühler auch zu jodlerischen Ehren. Das Jodlerchörli Utzenstorf und der JK Recherswil ernannten ihn zu ihrem Ehrendirigenten, Biberist verlieh ihm die Ehrenmitgliedschaft.

Vom BKJV und EJV durfte er die höchste Ehrung, die Ehrenmitgliedschaft, entgegennehmen. Zudem erhielt er vom EJV das Stucker-Legat. Er war ausserordentlich stolz und dankbar dafür, dass man ihm diese Wertschätzung entgegengebracht hat.

Erst im Alter hat er angefangen zu komponieren. Es entstanden einige Jodellieder für Chor und Solo.

Das Jodellied, der Naturjodel und vor allem die Menschen, die dieses Brauchtum lieben, haben sein Leben geprägt. Jodeln war mehr als seine Freizeitbeschäftigung, sein Leben war durchdrungen von dieser Leidenschaft. Seiner Frau verdankte er weitgehend, dass er so viel Zeit für das Jodeln investieren konnte.

„Der Stolz vo üsem Burehus, isch d’Loube mit de Blueme. Mi luegt gar gärn zum Fänschter us, für all die Pracht z’bestune“

 

Seine bekanntesten Kompositionen: „Hornusserlied“, Schürmätteler-Jodel“

 

Quelle: Eigenbiographie, Stand 6.8.2009 TA

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Note
EDJKV