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Vorname Adolf Adolf Schär-Ris (Dr. Phil.)
Nachname Schär-Ris (Dr. Phil.)
Geburtstag 14.03.1889
Todestag 29.09.1962
Personennummer S010

Persönliche Angaben

Als Zweitjüngster einer kinderreichen Bauernfamilie wurde Adolf Schaer in Ursellen/Konolfingen BE geboren. Seine Mutter stammte aus dem Emmental, und dort wuchs auch der Knabe heran, erst auf der Hohwacht bei Langnau, dann im Dorfe Langnau selbst. So bildete sich aus bäuerlichem Erleben auf dem in einsamer Höhe stehenden Einzelhof und dann aus dem der Dorfgemeinschaft die Grundlage seiner geistigen Entwicklung. Trotz der angeborenen Schollenliebe zwangen ihn die Umstände in einen anderen Beruf. Er kam ins Seminar Hofwil-Bern und unterrichtete zwei Jahre als Primarlehrer in Lotzwil und ein Jahr an der deutschen Schule in Genf. Dort und an der Berner Hochschule bildete er sich dann zum Sekundarlehrer aus und amtet als solcher seit 1913 in Sigriswil, das er seither nur einmal auf längere Zeit verliess, als er sich das Doktordiplom holte.

Die ersten schriftstellerischen Versuche reichen weit zurück. Sie wurden angeregt durch das Langnauer Dorftheater, das damals der Pfarrer Ernst Müller leitete, sowie durch Abendvorlesungen Jakob Stumps im Seminar - und sie schlossen mit einem Mundartstück ab, das das Heimatschutztheater zur Aufführung an der Landesausstellung 1914 erwarb.

Dann folgten viele Jahre feuilletonistischer und lokalhistorischer Tätigkeit, Jahre des 'Dienstes am Kunden' nennt sie Adolf Schaer. Eine zweite Periode rein literarischen Bemühens setzte erst im reifen Menschenalter wieder ein.

Ein Erlebnis hat sich ihm unauslöschlich in die Seele geprägt und bedingt seine Grundhaltung: die Vetreibung seiner Eltern von der angestammten bäuerlichen Scholle. Aus diesem schmerzlichen Geschehen wachsen die treibenden Kräfte seiner schriftstellerischen Gestaltung, keimt die Sehnsucht nach Verwurzelung mit dem fruchtbringenden Boden. Sie wurde in den beiden Weltkriegen, die die Unsicherheit des Daseins schlagend demonstrierten, immer wieder verstärkt. Aus diesem Grunde fiel ihm die treue Pflichterfüllung in der ihm vom Schicksal angewiesenen bäuerlichen Dorfgemeinschaft leicht.

Adolf Schaer-Ris amtete sieben Jahre als Präsident der Thuner Kunstgesellschaft. Er ist auch Mitglied der bernischen Lehrmittelkommission für Sekundarschulen und Präsident der Heimatkundekommission des Amtes Thun.

Der Text zum Festspiel «Der Herdenreihen Melodie» ist von ihm, welches in Bern mit der Musik von Stephan Jaeggi und Hans Schweingruber zur Uraufführung gelangte. Er war auch verantwortlich für die textliche Gestaltung des Festspiels zum Eidg.Jodlerfest 1949 in Bern. Er schrieb unter anderem die Texte zu „Chästeilet im Wüeschtistal“ (O.F.Schmalz) und „Abendlied“ (Hans Schweingruber).

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Stand 09.01.2021 TA

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Note
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