Komponisten / Lieder / Verlage / Textdichter

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Vorname Ruedi Ruedi Roth
Nachname Roth
Adresse Bareneggstr. 8
PLZ 9633
Ort Bächli (Hemberg)
Kanton SG
Telefon 071 377 25 74
E-Mailadresse rb.roth@bluewin.ch
Geburtstag 09.01.1964
Personennummer R023

Werke von Ruedi Roth

Liedtitel Anfang 1. Strophe EJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

Chrank sii Of üsem wiite Lebäsweg stoht viellicht zmol en Stolperstei R023-M-000001

Männerchor (-M-)

De 75er (Naturjodel) R023-M-000002

Männerchor (-M-)

De Beiereggler (Naturjodel) R023-M-000003

Männerchor (-M-)

Es strahlends Lache Wenn dini Seel rumore tuet und du wötsch Gfühl verschenke R023-M-000004

Männerchor (-M-)

Jodelfreude S'git Lüt, die gönd zur Obedstund go üebe Liedli singe R023-M-000005

Männerchor (-M-)

Läbwohl! Läbwohl! Das het scho jede gseit; es passt für mengi Glägeheit R023-M-000006

Männerchor (-M-)

Stilli Zärtlichkeite Es lebet of em Erdeball en Huffe Sorte Lüütli R023-M-000007

Terzett (-T-)

Joseppler (Naturjodel) R023-T-000001

Duett (-D-)

De Buechejodel (Naturjodel) R023-D-000001

Duett (-D-)

De Harzemösler (Naturjodel) R023-D-000002

Duett (-D-)

De Zwisler (Naturjodel) R023-D-000003

Persönliche Angaben

Ruedi Roth, geboren in Bächli – Hemberg im Toggenburg. Als ältestes von 4 Kindern wuchs er auf einem Bauernhof auf. Das musikalische Talent hat ihm seine Mutter vermacht, welche als Jodlerin viele Jahre in einem Quartett mit ihren Geschwistern auftrat. Mit vierzehn begann er autodidaktisch mit Handorgeln. Während der Lehre als Landwirt trat Ruedi in die Trachtengruppe ein. Im Jahr 1982 gründete er mit zwei Kollegen das Ländlertrio „Churfirschtegruess“. Während 16 Jahren bestritten sie zusammen viele schöne Auftritte. Auch war er während etwa 10 Jahren Silversterchlaus in einem Schuppel. 1992 heiratete er seine Freundin Bethli und übernahm den elterlichen Betrieb. Als ihn 1999 Willi Valotti anrief bezüglich Gesang und eventueller Dirigentenarbeit im Jodlerklub Wattwil, packte er die Chance und trat diesem Klub bei. Seit 2001 leitet er den Jodlerklub selber und wagte sich bald auch ans Komponieren. „De Zwisler“, sein erster Naturjodel, entstand 2002. Seine Liedtexte handeln meistens von Menschen und ihren „Seelischen Tätigkeiten“. Bis jetzt sind fünf Jodellieder und sechs Naturjodel entstanden.

Bekannte Kompositionen: „Läbwohl“! „Stilli Zärtlichkeite“, „De Zwisler“.

 

Quelle: Eigenbiographie, Stand 1.9.2009 TA

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Bericht aus der Folklorezeitschrift „Stubete“ 5/2012

 

Musikant, Jodler, Dirigent und Komponist im Toggenburg – Ruedi Roth

 

Leute, die sich an mehreren Fronten der Volksmusik engagieren, die selber musizieren, andere dabei unterstützen, Chöre leiten sowie neue Lieder und Naturjodel schaffen, sind die Motoren unserer Folklore. Ruedi Roth aus Bächli im hintersten Neckertal ist einer dieser Begeisterten, der seine Freude an der Sache jetzt auch als Journalist weiter verbreiten möchte.

Das Umfeld von Ruedi Roth könnte nicht besser sein. Da ist einmal seine Heimat in der Gemeinde Hemberg. Auf der Hügelkuppe zwischen Thur und Necker hat man eine herrliche Aussicht auf das Neckertal und das angrenzende Appenzellerland. Bereits im Jahre 1214 wurde in Hemberg eine erste bescheidene Kirche erbaut, ein Zeichen dafür, dass diese Gegend schon sehr früh dicht besiedelt war. Weberei und Stickerei im ausgehenden 18.und im 19.Jahrhundert waren verantwortlich für einen bescheidenen neuen Wohlstand. In der Blütezeit der Handstickerei sollen in Hemberg nicht weniger als 137 Stickmaschinen in Betrieb gewesen sein; rund 60 kleine Fergger und Fabrikanten arbeiteten für namhafte St.Galler und Appenzeller Exporthäuser. Heute noch bestehende Anbauten an vielen Bauernhäusern und die stattlichen Fabrikantenhäuser im Dorf sind stumme Zeugen dieser Zeit. Aufgrund der geografischen Lage konnte Hemberg nur wenig von der industriellen Revolution profitieren, ganz im Gegenteil zu Orten, welche aus dem Anschluss an das Eisenbahnnetz Nutzen ziehen konnten. Ums Jahr 1850 zählte Hemberg fast 2000 Einwohner, mehr als Rohrschach oder Wil! Den Tiefstand erreichte die Gemeinde im Jahre 1980 mit nur noch 869 Einwohnern. Dank einer regen Bautätigkeit wohnen aber heute wieder knapp 1000 Leute im Toggenburger Dorf. Rund 70 Landwirtschaftsbetriebe beherrschen das Bild der typischen Hügellandschaft am Übergang vom Toggenburg ins Appenzellerland, die für Familienferien viel zu bieten hat. Hemberg erstreckt sich über ein Gebiet von 20,18 Quadratkilometern und grenzt an die appenzellischen Gemeinden Urnäsch und Schönengrund.

 

Toggenburg und Appenzell

Der Übergang vom Toggenburg ins Appenzellerland ist nicht nur geografisch bemerkbar. Selbstverständlich ist dieser auch in der Volkskultur sicht- und hörbar. Nur wer die Feinheiten der Männertracht kennt, kann einen Toggenburger vom Appenzeller unterscheiden. In der Musik und ganz besonders im Naturjodel ist die Lieblichkeit der Appenzeller und die Freude am rhythmischen Singen der Toggenburger vereint. Ruedi Roth redet selber wie die Toggenburger von „jolen“, wenn er das intuitive Jodeln bei der täglichen Arbeit im Bauernbetrieb beschreibt, hingegen von „zauren“, wenn er den Gesang bei der Alpauffahrt und –abfahrt oder beim Chlausen meint. Die Tatsache, dass seine Mutter eine Appenzellerin war, hat ihn aber sicher auch beeinflusst. Von ihr hat der Musiker, Jodler, Dirigent und Komponist die Musikalität erhalten. Sie spielte diatonische Handorgel und sang selber in einem Jodelquartett. Auch seine drei Geschwister, mit welchen er auf dem Bauernhof im Ortsteil Bächli aufwuchs, sind fest im Brauchtum und Jodeln verwurzelt. Als ältester Sohn der Familie und als gelernter Bauer hat er seinerzeit den elterlichen Hof übernommen, wo auch seine Familie mit den vier Kindern Geborgenheit fanden. Während Sohn Franz und Tochter Karin in den letzten Schuljahren stehen, sind Sonja und Marlene bereits erwachsen.

 

Musik im Blut

Wenn der Klang der einheimischen Jodel und der Ländlermusik auch ganz allgemein im Haus präsent waren, so hat Ruedi erst als 15-jähriger autodidaktisch mit dem Handorgelspiel begonnen. Er sei eher ein schüchterner Bube gewesen, erklärt er, und habe oftmals seinen jüngeren Bruder vorangeschickt, wenn es um eine neue Sache ging! Dann aber hat er zünftig aufgedreht. Zündend war ein Titel vom Trio Bürgler, den er im Radio-Wunschkonzert gehört hatte. Diese urchige Spiel und die „rhythmische Ründe“ waren richtiggehend in ihn eingefahren. Und so wollte er auch musizieren. Schnell erkannte er, dass er dazu eine chromatische Handorgel haben musste. Er bedauert es aber, dass er sich damals nicht von einem Musiklehrer instruieren liess. „Ich habe vieles falsch in die Finger genommen, was ich erst viel später bei Kollegen wie Simon Lüthi oder Hans Frick erkannt habe!“ Aus dieser Erkenntnis heraus hat er seine Kinder dann zu Willi Valotti in den Unterricht geschickt. Seine musikalische Vorliebe ist die runde Handorgel- und Örgelimusik geblieben. Zusammen mit Gusti Arnold (Handorgel) und Walter Forrer (Bass) bildete er 1982 das Ländlertrio Churfirschtegruess, welches bis 1998 bestand, in dieser Zeit oft auftrat und Ruedi die Basis für sein weiteres Musikantenleben bildete.

 

Jodel rückt ins Zentrum

Der damalige Dirigent des Jodlerklubs Wattwil, Willi Valotti, erkannte das musikalische und stimmliche Talent von Ruedi. Er holte ihn deshalb 1999 in seinen Jodlerklub, wo er ihn zu seinem Nachfolger aufbauen konnte. Ruedi war von Anfang sehr engagiert, erlernte das Notenlesen und konnte dann zwei Jahre später die Verantwortung als Dirigent übernehmen. Im gleichen Jahr begann er mit dem Bassgeigenspiel und gründete mit seinen zwei Töchtern die „Ländlermusik Wilketgruess“, eine Formation die noch heute besteht und als Handorgelduett im Illgauerstil auftritt. Gleichzeitig aber entstand auch „De Zwisler“, sein erster Naturjodel. Man kann also feststellen, dass im Jahr 2001 eine wahre Explosion der musikalischen Tätigkeiten des damals schon 37-Jährigen stattfand. Die Karriere des urchigen Toggenburgers war endgültig gestartet und hält bis heute an. Aus Anlass der CD-Produktion „Heimelig und rund“ schuf er seinen nächsten Naturjodel. Und das hat sich auch in den folgenden Produktionen als Gewohnheit ergeben. „Ich habe immer für bestimmte Ziele komponiert und nicht auf Halde produziert“, erklärt Ruedi. Mit dem Jodlerklub Wattwil hat er einen idealen Klangkörper zur Verfügung, um seine Kompositionen nach seinem Gefühl zum Klingen zu bringen. Dabei ist er recht pingelig und darauf bedacht, dass jedes kleinste Detail in der Stimmgebung, im Ausdruck und im Tempo der toggenburger Tradition entspricht. Mittlerweile sind zehn Jodellieder und ebenso viele Naturjodel entstanden, die bei Ostschweizer Klubs, aber auch über die Landesgrenzen hinaus Gefallen finden. So gibt es zum Beispiel auch im Allgäu einen Chor, der seine Lieder gerne singt! Obwohl er als Bauer das Älplerleben kennt und liebt und er auch die Schönheiten der Natur geniesst, erzählen seine Liedertexte mehrheitlich von Lebensinhalten. Sie drücken sich schon in den Titeln aus: „Läbwohl“, „Strahlendes Lachen“, „Jodelfreuden“, „Chrank si“ oder „Stilli Zärtlichkeite“.

 

Für die Gemeinschaft

Ruedi teilt sich gerne mit, spricht mit den Leuten, kann seine Meinung zur Sache mitteilen und auch dazu stehen. Dass er 2008 zum Gesamtchorleiter der Naturjodlervereinigung Toggenburg wurde, ist deshalb ebenso verständlich, wie er jetzt auch den Jurykurs des EJV absolviert. Er ist als Spezialist der Toggenburger und Appenzeller Naturjodel anerkannt. 2008 übernahm er zusätzlich die Leitung des „Heimetchörlis Hemberg“. Mit seinen beiden Chören absolviert er jährlich über 40 Auftritte in der ganzen Schweiz. Trotz diesem grossen Pensum ist Ruedi aber immer noch Bergbauer. Die Umstellung vom Milchwirtschafts- zum Vertragsaufzuchtbetrieb hat ihm zwar einige zeitliche Erleichterung gebracht, die Arbeiten in Hof und Haushalt – seine Frau arbeitet auswärts – beschäftigen ihn aber täglich. In der Trachtengruppe Hemberg, in welcher er als Musiker mitwirkte, waltete er jahrelang als Theaterregisseur und Schauspieler. Und während vielen Jahren sah man ihn als begeisterten „Priisbödäler“ in der Innerschweiz, von wo er regelmässig einen Kranz in die Ostschweiz brachte. Später half er mit, das „Toggenburger Priisbödälä“ zu lancieren, wo er auch als Kampfrichter wirkt. Man vermutet richtig, wenn man daran denkt, dass Ruedi seinen vielseitigen und aufwändigen Interessen nicht nachgehen könnte, würde er nicht tatkräftig von seiner Frau Bethli unterstützt.

 

Schreiben als Leidenschaft

Aufsätze schrieb Ruedi schon zur Schulzeit sehr gerne, „Sprache“ gehörte zu seinen Lieblingsfächern. Deshalb wirkt er seit kürzerer Zeit auch als freier Mitarbeiter für den „St.Galler Bauer“, in welchem er Artikel aus seinem beruflichen Umfeld veröffentlicht und als Berichterstatter von Viehschauen und dergleichen wirkt. Als Brauchtums- und Folklorekenner in der Ostschweiz wird er auch diesem Heft zur Verfügung stehen. Ruedi wird sich auch in dieser Funktion als klarer Vertreter des traditionellen Brauchtums, der runden Ländlermusik und des unverfälschten Jodelgesangs zeigen. Er mag es nicht leiden, wenn Ländlerkapellen und Jodelchöre mit Interpretationen von Schlagern und Stimmungsliedern Erfolg „um des Teufels Willen“ suchen, auch wenn er durchaus deren Berechtigung aufgrund der Beliebtheit beim breiten Publikum sieht. Manchmal sei er aber auch zu pingelig, erwähnt er selbstkritisch und er sei halt ein sehr direkter Mensch, der sich auch traut, nötigenfalls unbequem zu erscheinen. „Aber wir müssen zu unserer Sache stehen, gute Qualität liefern und können dann erkennen, dass wir auch damit grosse Erfolge erzielen“, ist er überzeugt. Diese Meinung setzt er unter anderem auch in seinem neusten Projekt um: Unter dem Titel „Naturjodelerlebnis“ bietet er Kaderleuten – und wer es sonst noch erleben möchte – die Möglichkeit, als Sänger im Begleitchor zu einem traditionellen Zäuerli eine neue Dimension des Teamworks zu erfahren. Unter seiner Leitung kann man dann auch gleich noch das „Talerschwingen“ und „Schelleschötte“ erlernen.

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Note
EDJKV