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Vorname Jost Jost Marty
Nachname Marty
Geburtstag 29.12.1920
Todestag 03.08.1988
Personennummer M008

Werke von Jost Marty

Liedtitel Anfang 1. Strophe EJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

Dir Herr! Dir Herr, wemmer singe, Dir Herr, gilt das Lied M008-M-JM1001

Männerchor (-M-)

Gabelied Arbet, Muässä, Freud und Leid, alles hemmer zämetreit M008-M-JM2003

Männerchor (-M-)

Gott Vater Passid uf, passid uf, äs heiligs Wärch wennd miär mitänand fyre M008-M-JM2001

Männerchor (-M-)

Heb Vertruiwe Hesch du einisch Sorge, drückt dich s'Läbe schwär M008-M-JM1002

Männerchor (-M-)

Heilig Heilig, heilig Herr, heilig , heilig Herr. Alli im Himmel, alli uf Ärde M008-M-JM2004

Männerchor (-M-)

Heilig isch der Herr Heilig isch der Herr, heilig isch der Herr, Himmel und Aerde sind Züge M008-M-JM1003

Männerchor (-M-)

Herrgott, mir stöhnd vor Dir! Herrgott mir stöhnd vor Dir, Herrgott, mir rüefed Dir M008-M-JM1004

Männerchor (-M-)

Loblied Äs Loblied stygt zum Himmel uf, der Friede chunnt uf d'Ärde M008-M-JM2002

Männerchor (-M-)

Manne, i d'Hose Manne i d'Hose, der Schwinget fahd a, hüt muess si rode M008-M-000001

Männerchor (-M-)

Mit Dym Säge Mit Dym Säge wemmer gah, mit Dym Säge chömmer bstah M008-M-JM1005

Männerchor (-M-)

Nachtbuebelied S'isch im Dörfli alles glösche, d'Strass isch läär und d'Lüt hend Rueh M008-M-000002

Männerchor (-M-)

Yse Herrgott Yse Herrgott lobid lut, yse Herrgott lobid lut, lobid ihn im Himmel M008-M-JM2005

Persönliche Angaben

Marty Jost

Kurz-Biografie

Geboren als 6. von 9 Kindern im Horgenberg in Einsiedeln SZ.

Nach 6 Jahren Primar- und 3 Jahren Sekundarschule in Einsiedeln besuchte er das Lehrerseminar in Rickenbach SZ und erhielt 1940 das Lehrerdiplom.

Anschliessend bildete sich der junge Lehrer in Kirchenmusik, Orgel, Klavier und Gesang im Kloster Einsiedeln weiter, absolvierte den Militärdienst und half an 14 Orten in der Zentralschweiz als Lehrer aus.

1942 – 1968 arbeitete Jost Marty vorwiegend als Lehrer der 6./7.Klasse und gab in den meisten Klassen auch Gesangsunterricht, sowie Turnen.

12 Jahre arbeitete er an der Vorschule und 15 Jahre an der Landw.Schule Obwalden.

27 Jahre amtete Jost Marty als Schulvorsteher in Kerns OW (unentgeltlich).

1968 – 1985 war er Mitarbeiter und lange Jahre Präsident der „Goldauer Konferenz“.

1969 bis zu seiner Pensionierung amtete er als Schulinspektor in Uri.

1949 vermählte sich der junge Lehrer Jost Marty mit Marie-Louise Schwerzmann aus Zug. Aus dieser harmonischen Ehe entsprossen von 1951 – 1959 5 Kinder, 2 Söhne und 3 Töchter.

Marie-Louise Marty als Mutter von 5 Kindern unterstützte ihren Gatten neben dem Haushalt wo sie nur konnte, dirigierte selbst Chöre und Jodlerklubs, und war eine herzliche und liebevolle „Singbuben-Mutter“.

1943 – 1944 erarbeitete sich Jost Marty das Diplom als Dirigent für Blasmusik.

Im Weiteren schulte er sich in Psychologie und Heilpädagogik.

1943 wirkte er als Organisator und Mitbegründer der „Trommler und Pfeiffer“ in Kernst mit.

1944 organisierte er die „Sternsinger und Choralbuben“, aus welchen später die „Kernser Singbuben“ gegründet wurden.

Zeitgleich organisierte Jost Marty eine Singgrupe des Müttervereins Kerns.

1942 – 1968 war Jost Marty als Lehrer, Organist und Kirchenchorleiter in Kerns tätig, dabei dirigierte er auch das Kirchenorchester.

1943 Mitbegründer des Jodlerklubs „Fruttklänge“ und dirigierte diesen bis 1974.

1949 Mitbegründer des „Obwaldner Trachtenchörlis“, und dirigierte dieses bis 1974.

1949 Gründer der legendären „Kernser Singbuben“, welche er mit Herzblut mit seiner lieben Gattin bis zu seinem Hinschied von Erfolg zu Erfolg durch die ganze Schweiz, Deutschland, Holland, Amerika und Japan führte.

1962 – 1976 war er Dirigent des Männerchors Horw LU.

In den folgenden Jahren dirigierte er den Kirchenchor Flüelen UR und den Männerchor „Harmonie“ Altdorf UR.

Am 3. August 1988 holte der Herrgott Jost Marty in sein Reich zurück.

 

Jugendzeit

Jost Marty erblickte in Einsiedeln SZ als sechstes von neun Kindern das Licht der Welt. Die kulturgeladene Atmosphäre des Klosterdorfes hat den vielseitigen und vorab musikalisch begabten Bauernbuben für das ganze Leben geformt und geprägt. Nicht überraschend kam sein Schritt ins Lehrerseminar Rickenbach SZ, wo er 1940 das Lehrerdiplom erlangte. Der Junglehrer, der Jahrzehnte später als Schulinspektor mit mannigfaltigen Lehrerbeschäftigungsproblemen konfrontiert wurde, musste vorerst selber die Stellenlosigkeit am eigenen Leib erfahren. Doch um sinnvolle Lösungen war Jost schon damals nicht verlegen. Er widmete sich weiterbildenden Studien in Psychologie und Heilpädagogik, nahm aber auch Privatunterricht in Einsiedeln SZ und besuchte das Konservatorium Luzern, um sich in seinem Lieblingsfach Musik weiter zu vertiefen.

 

Der Lehrer

Mit 22 Jahren trat dann der junge Lehrer und Musiker in Kerns die Stelle als Lehrer und gleichzeitig als Organist und Chorleiter an. Damit wurde der Grundstein für volle 27 Jahre dauernden Wirkens in Schule, Kirche und kulturellen Vereinigungen gelegt, mehr noch: auch das Fundament sowohl für sein berufliches wie auch für sein musikalisches Lebenswerk. Es war auch die Schule in Kerns, die in ihm den Gedanken reifen liess, die Förderung der stimmlichen Talente der ihm anvertrauten Schuljugend freiwillig und ehrenamtlich an die Hand zu nehmen, womit zwei weitere Fliegen getroffen wurden, nämlich eine sinnwolle Freizeitbeschäftigung und die Pflege des schönen Heimatliedes durch die Jugend. Wir wissen heute um den durchschlagenden Erfolg dieser Idee und um den Ruf, der den „Kernser Singbuben“ um die Welt voraus eilt.

 

Der Schulinspektor

Als im Jahre 1969 der Kanton Uri das Erziehungswesen auf eine neue Grundlage stellte und personell ausbaute, ergriffen die urnerischen Behörden die glückliche Gelegenheit, nebst dem neuen fachlich wie musisch versierten Departementssekretär auch den neuen vollamtlichen Schulinspektor aus dem Mitstand Obwalden zu holen, nämlich unseren Jost Marty. Als Schulinspektor für die ganze Primarschule erstreckte sich nun sein Einsatzgebiet von Urnersee bis zum Gotthard, seine Zuständigkeit erfasste hunderte von Lehrern und seine besondere Sorge und Zuwendung galt fortan tausenden von Schulkindern, vorab jenen, die seiner besonderen Hilfe und Förderung bedurften. In zahlreichen kantonalen und regionalen Gremien der Innerschweiz wurde seine aufrechte Gestalt, sein stets freundliches Auftreten, vorab jedoch sein kompetentes und engagiertes Wort zur vertrauten Erscheinung, zum Markenzeichen des Urner Schulinspektors. So war er während vieler Jahre in der interkantonalen Lehrmittelkonferenz, der Goldauer Konferenz und zahlreicher verwandter Institutionen tätig. Er selber verfasste die Rechenbücher für alle 6 Klassen der Primarschule. Doch Jost Marty war nicht nur pädagogischer Mehrkämpfer, sondern vor allem Frontkämpfer, der den Besuch in den Schulstuben und die direkten Gespräche mit seinen Partnern einem Papierkrieg vorzog. Wenn schon Arbeit vom Büro aus, dann war das rasche Telefon schon viel hilfreicher, zumal die Unmittelbarkeit des persönlichen Gesprächs und die Lautstärke kaum einen Unterschied ausmachten. Den umfassenden Eindruck vermittelte allerdings nur der eigentliche Schulbesuch. Oft mit der Ungestümheit eines Föhnsturms, stets aber in fairer und offener Weise auf Lehrer und Schüler zugehend, war er nach wenigen Augenblicken im Bild über den Zustand der Klasse.

Dank seinem Blick für das Wesentliche in der Erziehung, seiner raschen Auffassungsgabe, vor allem aber seinem unerschütterlichen Optimismus gelang es dem Inspektor, in jedem Schüler, jedem Menschen den positiven Kern zu entdecken und ihn zu fördern. Man hat von Jost Marty nie, gar nie gehört, mit diesem Schüler sei nichts mehr anzufangen. Letztlich ist dies sicher Ausdruck seiner zutiefst christlichen Grundeinstellung und seiner sprichwörtlichen Menschenfreundlichkeit. Ob soviel Begeisterung und Einsatzfreude konnte es schon einmal vorkommen, dass sein Programm und dasjenige der andern durcheinander geriet. Beim Sprichwort „Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt“ neigt man vielleicht zum Eingeständnis, Gott habe bei diesem dynamischen Menschen eine Ausnahme gemacht.

 

Der Musiker

Doch was wäre der Mensch und Pädagoge ohne den Musiker Jost Marty? Noch vor wenigen Jahren bekannte er an einer Radiosendung, dass seine Liebe und Leidenschaft, seine Freizeit der Volks- und Kirchenmusik gehöre. Wir sind sogar überzeugt, dass berufliche Erfüllung nicht denkbar gewesen wäre ohne die Beglückung im musikalischen Schaffen und umgekehrt sein täglicher Einsatz mit vielen Menschen, vor allem der Jugend, ihm viele Impulse für sein kompositorisches Schaffen gegeben hat. Die freundschaftlichen Bande zu grossen Volksmusikern wie Fellmann und Gassmann brachten ihm das Volksliedgut näher, dem seine besondere Vorliebe während über vier Jahrzehnten bis zu seinem Tode galt. Die Impulse, die Jost Marty für eine zeitgemässe Erhaltung und Pflege des Volksliedes und des Jodels gab, sind auch für einen Aussenstehenden überwältigend, die Zahl seiner Chorgründungen und eigenen Kompositionen beeindruckend. Dem Jodlerklub „Fruttklänge“ Kerns, dem Obwaldner Trachtechörli u.a. stand er bis zum Schluss vor, die Kernser Singbuebe betreute er seit 1949. Dies schon lange, bevor der Seelisbergtunnel den kulturellen Grenzverkehr zwischen Uri und Obwalden erleichterte.

 

Der Komponist

Die ersten Kompositionen schuf Jost Marty für seine Kernser Singbuebe. Es folgten zahlreiche Vertonungen, vorab für Männerchöre, aber auch Lieder für den Kirchendienst. Diese schöpferische Tätigkeit wurde ergänzt und abgerundet durch unzählige Einsätze als Kursleiter und Kampfrichter. Zahlreiche Ehrungen wie Ehrenmitgliedschaften im Eidg.und Zentralschweiz.Jodlerverband sind Zeugen dieser Wertschätzung.

 

Die Jodlermessen

Die wohl grösste musikalische und im weitesten Sinne kulturelle Leistung unter den rund 150 Kompositionen stellen die beiden Jodlermessen dar. Jost Marty hat damit den sekralen Raum, die Kirche für den gelebten Volksgesang geöffnet. Dem Komponisten ging es nach seinen eigenen Worten darum, vorab den Jodel als Alleluja, als Ausdruck des Jubels zur Verherrlichung Gottes in den Kirchenraum zu tragen. Jost Marty fand eine glückliche Synthese zwischen Jodelharmonien und kirchlichen Klangelementen in einer schlichten erdhaften und doch nach oben weisenden Form. Er hat uns damit in meisterhafter Weise Einblick in sein innerstes Wesen gegeben, Freude zu bereiten, zur Gottes Ehre und zur Erbauung der Menschen. Damit haben die Jodler einen festen Platz in der Gestaltung des Gottesdienstes erhalten, und unzählige Menschen liessen sich so vom Wort Gottes ansprechen. Es mag wohl als tief beglückendes Erlebnis für alle Beteiligten empfunden worden sein, als die zweite Jodlermesse im Jahre 1983 anlässlich der Trachtenwallfahrt im Petersdom zu Rom aufgeführt wurde.

 

Konzertreisen

Noch im Jahre 1987 unternahm Jost Marty, begleitet von seiner ihm unermüdlich zur Seite stehenden Gattin eine Konzertreise, die dritte, mit seinen Kernser Singbuebe nach den fernen Japan. Diese junge Herolde schweizerischer Volksmusik haben unter der musikalischen Führung und menschlichen Betreuung durch das Ehepaar Marty das schweizerische Liedgut unzähligen Menschen praktisch in aller Welt in die Herzen besungen.

 

Das Behördenmitglied

Das frohe Gemüt und die ausgesprochene Kontaktfreude machten Jost Marty auch in vielen kulturellen und geselligen Vereinigungen zum geschätzten Mitglied. Auch in den Behörden wirkte er mit, soweit dies sein Amt und seine restliche Zeit überhaupt noch zuliessen. In seiner Wohngemeinde Bauen UR stellte er sich dem Schulrat zur Verfügung und übernahm später noch das Präsidium. Im Kirchenrat Bauen war er Vizepräsident. Im Rotary-Club Uri ist seine Dienst- und Hilfsbereitschaft ebenfalls zur Entfaltung gekommen; er bekleidete sogar das Präsidium.

 

Das Lebenswerk mit seiner Gattin

Worin, so mögen Sie sich fragen, liegt der Schlüssel für ein solch reiches und vielfältiges Lebenswerk? Ein Sprichwort sagt: „Ein Mensch trägt die Last, der er gewachsen ist“. Die reichen Talente wären aber wohl kaum so voll zur Entfaltung gelangt, wenn an der Seite unseres lieben Jost Marty nicht eine aufopfernde Gattin gestanden wäre, die ihn ideal ergänzte und unterstützte und die ihm ein glückliches Zuhause bot, die ihm vor allem 5 Kinder schenkte und damit eine glückliche Familie. So war es für Gattin und Familie nur selbstverständlich, dass Schutz und Zuneigung, Liebe und Betreuung noch vertieft wurden, als sich zwei Jahre nach seiner Pensionierung das heimtückische Leiden einstellte

 

Quellen: „Bärgfrüehlig 3 / 1988“, Redaktor Hans Danioth, Erziehungsdirektor Uri. Kurzbiografie aus dem Archiv EJV

Stand 31.7.2008 TA

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Note
EDJKV