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Vorname Paul Paul Müller-Egger
Nachname Müller-Egger
Geburtstag 30.03.1885
Todestag 06.11.1979
Personennummer M002

Werke von Paul Müller-Egger

Liedtitel Anfang 1. Strophe EJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

Alti Fründe Wenn i z'Nacht i mine Träume dür die alti Heimat go M002-M-000001

Männerchor (-M-)

Am Bielersee E See im hälle Sunneglanz, wit hintrem grüene Hügelland M002-M-000002

Männerchor (-M-)

Bärg-Obe Schön isch halt mis Schwyzerländli magsch es luege, wo de witt M002-M-000005

Männerchor (-M-)

Bärgheiweh Weisch du was d'Heimatbärge sy? Sie sy es Wunder gross u still M002-M-000059

Männerchor (-M-)

Bärgland Wie glänzt im Blau der Firneschnee und tief im Tal M002-M-000003

Männerchor (-M-)

Bärgmorge Senne stöht uf! Stöht uf! D'Stärne verlösche d'Nacht isch vorby M002-M-000004

Männerchor (-M-)

Bärn Mi redt und singt zäntume gärn vo üsem liebe alte Bärn M002-M-000006

Männerchor (-M-)

Bärnerart Mi redt üs Bärner öppe no, mir sige ruchi Lüt M002-M-000007

Männerchor (-M-)

Bärnermutze Wenn me rächti Bärnermutze neumewo gseht z'säme cho M002-M-000008

Männerchor (-M-)

Bureland und Burelüt Es Burehus im Sunneglanz, e Hoschtert i der Bluest M002-M-000009

Männerchor (-M-)

D'Maiglöggli lüte D'Maiglöggli lüte versunne und lys, sie lüte und summe e heimligi Wys M002-M-000010

Männerchor (-M-)

Daheime J weiss es Wörtli chly und arm und doch so rych und doch so warm M002-M-000011

Männerchor (-M-)

Der Früehlig isch cho Es chroset und toset ringsum i de Flüehne, der Früehlig isch cho M002-M-000012

Männerchor (-M-)

Der Heimat treu Us grüene Halde, tiefem Tal stigt wie ne trutzig stolze Wall M002-M-000013

Männerchor (-M-)

Drei Tanne Um gä vo Wald und Flüehne, i gueter Huet und gueter Hand M002-M-000014

Männerchor (-M-)

Drooscht am Rhy Wemmi als ebbis druggt so gang-i z'Obe-n-aifach gschwind an Rhy M002-M-000060

Männerchor (-M-)

E Bättelsack Meiteli nimm di wohl in acht! Plog mi nid so schüli M002-M-000061

Männerchor (-M-)

E luschtigi Kumpenie Jetz zieht zum Stedtli use e luschtigi Kumpenie M002-M-000015

Männerchor (-M-)

Echo vom Bärgli Singit Fründe, singit wieder euji liebe, alte Jodellieder M002-M-000016

Männerchor (-M-)

Es sältsams Lied Es geit es sältsams Lied dürs Land, als chäm mit Blueme i der Hand M002-M-000017

Männerchor (-M-)

Fahnenschwingerlied S'wysse Chrütz im rote Fäld hei mir üs zum Zeiche, Zeiche gwählt M002-M-000018

Männerchor (-M-)

Fröhlichs Läbe Blaui Luft uf Bärg und Matte, jungi Bluest uf Baum und Hag M002-M-000019

Männerchor (-M-)

Gempefluehjodel (Naturjodel) M002-M-000020

Männerchor (-M-)

Guete Schwyzerbode Es läbt es luschtigs Völkli bi üs im Baselbiet M002-M-000021

Männerchor (-M-)

Heizue Frömdi Strosse bini gange, ohni Freud und ganz allei M002-M-000022

Männerchor (-M-)

Höch vom Belche (Naturjodel) M002-M-000023

Männerchor (-M-)

Im Bärgland deheime Jetz luegit üsi Bärge-n-a, die stolze Flüeh und Firne M002-M-000024

Männerchor (-M-)

Im Firnelicht Ischs Läbe dunkel iberall, gits nit uf Ärde, wo dr gfallt M002-M-000025

Männerchor (-M-)

Im Oberot Wie lit verklärt im Obeguld mis Land im tiefe Friede M002-M-000026

Männerchor (-M-)

Im Trachtegwändli Schwyzermeitschi, Schwyzerbuebe legit s'Trachtegwändli a M002-M-000027

Männerchor (-M-)

Je länger, je lieber Je länger und je lieber, je nöcher und je meh M002-M-000028

Männerchor (-M-)

Jutz und sing E wundersami Melodie chunnt z'flüge übers Dörfli y M002-M-000029

Männerchor (-M-)

Läbe und läbe lo S'isch wohr mir sy wyt unte im Schwyzerland deheim M002-M-000030

Männerchor (-M-)

Lueg d'Heimat a Chumm Schwyzer lueg di Heimat a und lueg se guet, chasch Freud dra ha M002-M-000031

Männerchor (-M-)

Maienacht Uf lyse Füesse het e Summernacht der müede Ärde Trost und Friede bracht M002-M-000032

Männerchor (-M-)

Maiezyt Halli, hallo, der Mai isch do! Am grüene Gartehag blüeit scho der Flieder M002-M-000033

Männerchor (-M-)

Mis Dorf Mit Bruch und Volk nid guet bikannt hani mi gsehnt im frömde Land M002-M-000034

Männerchor (-M-)

Muetersproch O Muetersproch, o Mueterwort du Chraft us Heimatärde M002-M-KH0076

Männerchor (-M-)

Oberueh Gärn goh-n-i, wenn's afot dunkle d'Matte-n-us im Oberot M002-M-000035

Männerchor (-M-)

Olten Es cha sich nid mit Basel, Bärn, Luzärn und Züri mässe M002-M-000036

Männerchor (-M-)

s'Dorf erwachet Wenn d'Sunne het der Cherum gmacht und heizue chunnt vom Wandre M002-M-000037

Männerchor (-M-)

s'Edelwyss Es Edelwyss möcht wandre vom Bärg is wyte Land M002-M-000038

Männerchor (-M-)

s'Geissebürli Wo-n-i s'Anni gwybet ha, ha-n-i gmeint i gäb e ryche Ma M002-M-000062

Männerchor (-M-)

Schönmattchilbi Schönmattchilbi isch hüt wieder, alles freut si uf dä Tag M002-M-000039

Männerchor (-M-)

Schwyzerart Es herrlichs Land mit Wald und See, mit Dorf und Stadt und Aue M002-M-000040

Männerchor (-M-)

Schwyzerheimat Was tuet der Schwyzerheimat not ? E gueti Wehr und Waffe M002-M-000041

Männerchor (-M-)

Schwyzervolk und Schwyzerland Schwyzerland, du Fels im Meer, du Burg für Treu und Glaube M002-M-000042

Männerchor (-M-)

Sennebärgjodel (Naturjodel) M002-M-000043

Männerchor (-M-)

Senneglück Tief unter mir mis Dorf im Grüene, Aetherblau am Himmel zue M002-M-000044

Männerchor (-M-)

Singe söll, wär singe cha Singe söll, wär singe cha Kamerade Sängerfründe M002-M-000045

Männerchor (-M-)

So geits Nochbers Bänz und Meiers Kari sy scho lang wie Hung und Chatz M002-M-000046

Männerchor (-M-)

Solothurner-Liedli Der Jura luegt mit stolzer Rueh sim Solothurnervölkli zue M002-M-000047

Männerchor (-M-)

Thunerlied Ha uf der wite Ärde keis schöners Plätzli gseh, als Thun mi schöni Heimat M002-M-000048

Männerchor (-M-)

Troscht im Leid Es geit e Trur vo Hus zu Hus, e tiefi, tiefi Trur grad wiene Schatte M002-M-000049

Männerchor (-M-)

Üsers Müeti Üsers Müeti het mer gseit: Bis rächt brav und bis rächt gscheit M002-M-000050

Männerchor (-M-)

Üsi Heimet S'isch es Örtli wie-n-es anders, üsi Heimat dört am schöne Rhy M002-M-000051

Männerchor (-M-)

Verlorne Jugend Das erste Silber im schwarzbraunen Haar! Nun werde ich alt M002-M-000052

Männerchor (-M-)

Verlorni Heimat I de Weide obe, zwüsche Wald u Flueh, ruscht dur Stei u Grabe M002-M-000053

Männerchor (-M-)

Vor viele, viele Johre Es lauft mer hüt es Liedli no, mi Schatz hets gsunge wanderfroh M002-M-000054

Männerchor (-M-)

Wach uf und sing! Jetz geit der Maie wieder dürs liebe Schwyzerland M002-M-000055

Männerchor (-M-)

Waldeckjodel (Naturjodel) M002-M-000063

Männerchor (-M-)

Wandermorge E Morge, wie zum Wandre gmacht, stigt us de dunkle Schatte M002-M-000056

Männerchor (-M-)

Wie geit doch au die Zyt verby Wie geit doch au die Zyt verby, bi albe-n-e lustige Sänger gsi M002-M-000057

Männerchor (-M-)

Wieder deheime Es Dorf im Morgesunnestrahl, dürab, düruf dürs ganze Tal M002-M-000058

Frauenchor (-F-)

Chnospe und Äugli Mängisch stohn-i still und warte, warte vor em Hus im Rosegarte M002-F-000001

Frauenchor (-F-)

Mis Hei Mis Hei isch mi Wält! Nach Gülte und Gäld will ich doch nid jage M002-F-000002

Frauenchor (-F-)

Zum Singe frei Wenn's Schicksal dir der Wäg verleit und nüt meh rächt wott glinge M002-F-000003

Gemischter Chor (-G-)

D'Fänster uf ! Lueg nid e so trurig; so wunderlig dry ! S'isch gar nid so schurig M002-G-000001

Gemischter Chor (-G-)

D'Visitestube Chumm Schwyzer, lueg di Heimat a, und lueg se guet M002-G-000016

Gemischter Chor (-G-)

Das blibt e so Heijo ! Das isch doch e so, dass d'Buebe und d'Meitschi wei z'säme cho M002-G-000002

Gemischter Chor (-G-)

Em Chummer z'trutz Mit heitrem Sinn und liederfrohe Härze zieh mir dürus M002-G-000003

Gemischter Chor (-G-)

Frohe Muet Verflügt i Sturm und Räge di schönsti Wanderfreud M002-G-000012

Gemischter Chor (-G-)

Fürobestund Wie gärn ha-n-i d'Fürobestund, wenn's Dämmerdunkel usem Grund M002-G-000015

Gemischter Chor (-G-)

Glaub a d'Sunne Und wiederum nach trüebe Tage lit's ganze Tal im Sunnetau M002-G-000004

Gemischter Chor (-G-)

Heizue Frömdi Strosse bin-i gange, ohne Freud und ganz allei M002-G-000017

Gemischter Chor (-G-)

Herbstsunne Sunneglanz uf Wald und Matte, uf Halden und Hus M002-G-000005

Gemischter Chor (-G-)

Jura-Heimat Wen-e junge Früehlig wieder über d'Jurabärge geit M002-G-000006

Gemischter Chor (-G-)

Licht und Schatte Der Sorgechasper het erklärt, die hüetig Wält sig doch nümm s'Läbe wärt M002-G-000018

Gemischter Chor (-G-)

Maiesunne, Maietag Maiesunne Maietag, Bluescht und Gsang i jedem Hag M002-G-000019

Gemischter Chor (-G-)

Mis Hus und Hei Mis Hus luegt höch vom Hügelrand wit über Stadt und Dorf und Land M002-G-000007

Gemischter Chor (-G-)

Mit em Jodellied dürs Land Vo de Schwyzerbärge nieder het e Senn im schmucke Hirtegwand M002-G-000008

Gemischter Chor (-G-)

Morgestund Reine, klare Summermorge, wiederum vergiss i ganz M002-G-000009

Gemischter Chor (-G-)

Sunne und Räge So ne chlyni gsundi Wuet steit mim Meitschi bsunders guet M002-G-000020

Gemischter Chor (-G-)

Sunnigs Gmüet E sunnig blaue-n-Aether und s'Härz voll heitre Muet M002-G-000013

Gemischter Chor (-G-)

Und wieder blüeits Und wieder blüeits i Fäld und Hag, an alle, alle Egge und Aende M002-G-000010

Gemischter Chor (-G-)

Unter Stärne Müed vom Wärche, müed vom Sorge heit sich d'Möntsche schlofe gleit M002-G-000021

Gemischter Chor (-G-)

Verlorni Heimat I de Weide obe, zwüsche Wald und Flueh, ruscht dur Stei u Grabe M002-G-000014

Gemischter Chor (-G-)

Wach uf ! Wach uf, Schwyzerland! Voll Glanz und unverborge chunnt jetz M002-G-000011

Duett (-D-)

Am Bluemebärg (Naturjodel) M002-D-H10015

Duett (-D-)

Ängel und Bängel Schelmenäugli, Chruselhor, pfirsichroti Bäckli M002-D-H10014

Duett (-D-)

Bärgburelüt Es wätterbruns Hüsli am Bärgbluemehang, u drin es liebs Müeti M002-D-H10007

Duett (-D-)

Bärgsummer Wenn sie räble und lärme dert unte im Grund M002-D-H10006

Duett (-D-)

Chilbiluft Chilbiluft und Sunneglanz lit uf alle Strosse M002-D-000001

Duett (-D-)

D'Wält wird wieder schön S'muess mer doch jetz glinge, fröhlich z'sy und z'singe M002-D-H10010

Duett (-D-)

E schöne Mai Sunneglanz uf alle Matte, uf de grüene Halde und im Ried M002-D-H10004

Duett (-D-)

Fürobestund Wie gärn ha-n-i d'Fürobestund wenn's Dämmerdunkel us em Grund M002-D-H10009

Duett (-D-)

Glück und Chummer S'isch über Nacht es Wätter cho, jetz fallt e guete Räge M002-D-H10005

Duett (-D-)

Heiwehzyt Hüt het es laus Lüftli zum Fänster-y gwäiht M002-D-H10002

Duett (-D-)

Heizue Frömdi Strosse bin-i gange, ohni Freud u ganz allei M002-D-H10001

Duett (-D-)

Klang und Glanz Lau und still isch d'Maienacht, über Dorf und Fälder M002-D-H10012

Duett (-D-)

Mis Liedli los, jetz flüg dürus Mis Liedli los, jetz flüg dürus, vo Dorf zu Dorf, vo Hus zu Hus M002-D-H10003

Duett (-D-)

Nimm alls, wies chunnt S'geit halt bi üs uf Ärde gäng öppe-n-öppis chrumm M002-D-H10013

Duett (-D-)

Roggefluehjodel (Naturjodel) M002-D-H10016

Duett (-D-)

s'Liseli Jetz lueg au s'Nochbers Liseli es däselet wie-n-es Wieseli M002-D-H10011

Duett (-D-)

Sing dis Liedli Sing dis Liedli, wo d'hesch gsunge, wo dis Glück isch zue der cho M002-D-H20024

Duett (-D-)

So geits Nochbers Bänz und Meiers Kari sy scho lang wie Hund und Chatz M002-D-H10008

Einzel/Solo (-S-)

Bärgmattjodel (Naturjodel) M002-S-000004

Einzel/Solo (-S-)

Bis zfriede Bi gäng no jung, ha Freud am Läbe, lo d'Sorge gärn am ryche Banquier M002-S-000001

Einzel/Solo (-S-)

Maiebüehljodel (Naturjodel) M002-S-000005

Einzel/Solo (-S-)

Nimm all's, wie's chunnt S'geit halt bi üs uf Ärde gäng öppe-n-öppis chrumm M002-S-000002

Einzel/Solo (-S-)

Säli-Jodel (Naturjodel) M002-S-000003

Choeur d'hommes (-N-)

Berger debout* Berger debout, debout; l'étoile expire, la nuit s'en fuit M002-N-CS0064

Choeur d'hommes (-N-)

Complainte de l'exile* Dans l'exil mon coeur voit au pays lointain, le doux nid M002-N-CS0012

Choeur d'hommes (-N-)

Mois de mai* Voici venir le mois de mai, les prés ont reverdi M002-N-CS0056

Choeur d'hommes (-N-)

Réveille-toi et chante* Les vents vont s'embraser pour fêter le gai printemps M002-N-CS0002

Persönliche Angaben

Müller-Egger Paul

„Mein Werdegang“ (Eigenbiographie)

Wenn mein Geburtsschein stimmt, erblickte ich am 30.März 1885 in meinem Heimatort Melchnau BE das Licht der Welt. Der Vater, ein unruhiges Musikantenblut, war ein kleiner Treibriemenfabrikant, die Mutter, die Seele der Familie, war Lehrerin und starb nach 53 Jahren Schuldienst. In einfachen Verhältnissen wuchs ich als Jüngster unter 3 Halbgeschwistern und 5 Geschwistern auf. Neun Jahre besuchte ich die dortige Primarschule und trat 1901 ins Lehrerseminar Muristanden Bern ein. Von 1905 bis 1908 war ich Lehrer in Horben (Eggiwil) BE und dann in Aarwangen BE.

Meine Vorliebe für naturkundliche Fächer und entsprechend praktische Betätigung (Besuch von Ferienkursen an der Versuchsanstalt Wädenswil ZH und an der Landwirtschaftlichen Schule Schwand in Münsingen BE) liessen in mir eigentlich nie eine rechte Freude und Befriedigung an der Schulstubenarbeit aufkommen. Als Leiter von Obst- und Gemüsebaukursen im Auftrag der Bernisch-Oekonomischen Gesellschaft fand ich eine mir besser zusagende und ergänzende Aufgabe.

Im Jahre 1926, also zu Beginn der schlimmsten Wirtschaftskrise, erwarb ich ein kleines Bauerngut in Oberwil BL und wandelte es in eine Gemüsegärtnerei um. Parallel zur Arbeit auf eigenem Boden wirkte ich mit an Obstbaukursen im Baselland unter dem Obstbauberater (und späteren Regierungsrat) Hans Fischer, mit dem mich eine enge Freundschaft verband. In die gleiche Zeit fällt meine Tätigkeit als Marktkontrolleur in Basel (bis 1945). Eine wenig dankbare Aufgabe! („Viel Gschär und weni Wulle!“). Die Bewirtschaftung unseres kleinen Betriebes mit Gemüsebau und Landwirtschaft während der Krise der Dreissigerjahre (Zusammenbruch der Preise infolge der valutabegünstigten elsässischen Konkurrenz) forderte von mir und meiner lieben Frau eine Hingabe bis zur Erschöpfung.

Eine Wende zum Besseren kam erst ums Jahr 1937, also kurz vor dem Weltkrieg. Unterdessen hatten sich unsere 3 Jungen (2 Söhne und eine Tochter) an den Baslerschulen ihr geistiges Rüstzeug geholt. Keines hatte Lust, den mühsamen elterlichen Betrieb zu übernehmen. Sie sind heute alle in guter Stellung. Mit zum Teil recht fragwürdigen fremden Arbeitskräften weiterwirtschaften, war für uns Eltern nicht verlockend.

Schon 1930 hatte mir der Gärtnermeisterverband beider Basel den Unterricht der Lehrlinge für Obst- und Gemüsebau, Bodenkunde und Düngerlehre, Gehölzkunde und Pflanzenphysiologie an der Gewerbeschule Basel übertragen. Als mich dann 1942 noch die Direktion der Frauen-Arbeitsschule Basel als Fachlehrer für Gartenbau (Hauswirtschaftslehrerinnen und Hauswirtschaftliches Lehrjahr) an die dortige Schule berief, betrachtete ich die lange und harte Zeit der Prüfung und Bewährung als abgeschlossen. Wir verkauften unseren Betrieb und erwarben im nahen Binningen BL ein Einfamilienhaus. Nun konnte ich mich mit mehr Ruhe und Konzentration dem Unterricht an den beiden Schulen widmen. Damit hatte sich die berufliche Tätigkeit auf meine Lieblingsfächer eingependelt. Wenn der Weg zu diesem Ziel auch hart und steinig war, bin ich heute doch froh, damals „dem Herrgott nicht aus der Schule gelaufen zu sein“.

Der Leser wird sich schon lange gefragt haben, was denn Landwirtschafts- und Gartenbaufragen hier zu tun haben. Nun, der „erblich-belastete Musikus“ ging in Feld und Stall, bei der Baumpflege und im Garten immer mit. Diese Naturverbundenheit hat offenbar doch auf meine Lieder und Liedlein abgefärbt und sie dem Volksempfinden näher gebracht.

Früher Männerchor- und kurze Zeit auch Gemischt-Chor-Dirigent, kam ich seinerzeit schon im Emmental mit Jodlerkreisen in Berührung. Entscheidend für meine intensive Tätigkeit als Dirigent von Jodlerklubs und Komponist von Jodelliedern waren die Dreissiger-Jahre. Ich hatte das Glück, mein in Langenthal BE unter Musikdirektor Genhart begonnenes Studium der Kompositionslehre in Basel bei Musikdirektor Hans Ackermann fortsetzen und ergänzen zu können. Diesem feinfühligen Musiker und charakterlich hochstehenden Freund verdanke ich weitgehend meine Erfolge. Nach Oberwil BL, meinem ersten Klub, übertrugen mir in der Folge mehrere Gruppen in Basel die Leitung und später auch „Säli“ Olten (22 Jahre). Mit beinahe 90 Jahren dirigierte ich noch das Gemischte Jodlerchörli und das „Sennechörli“ Basel, beide seit 25 Jahren. Ohne dem Können und der Bedeutung anderer Komponisten zu nahe treten zu wollen, ist mir Robi Fellmann immer Vorbild.

Wahrscheinlich wird jeder Anfänger auf diesem Gebiet auf Widerstand und Ablehnung stossen. Es ging mir nicht besser. Der Durchbruch folgte ums Jahr 1936 mit dem „Bärgmorge“ „Senne stöht uf!). Dann entstanden in ziemlich rascher Folge (höchste Zeit für den nun 50-jährigen!) „Verlorni Heimat“, „Fröhlichs Läbe“, „Der Früehlig isch cho“, „Alti Fründe“, „Bureland und Burelüt“, „Im Firnelicht“, „Heizue“, „Wach uf und sing“, etc. (über 80 Kompositionen für Männergruppen). Es würde zu weit führen, auch die zirka 30 Lieder für Gemischte Gruppen, 12 für Frauenchor und etwa 80 Duette und Sololieder namentlich zu erwähnen. Dass ich sämtliche Liedertexte dazu selber schrieb, sei nur nebenbei erwähnt.

Meine Mitarbeit beim EJV, beim NWSJV, bei der AKV und EJDV und bei verschiedenen Klubs honorierte man grosszügig – und aus meiner Sicht nicht immer verdient – mit der Ehrenmitgliedschaft. Neben der absoluten Treue zum EJV ist mir die Förderung der Jodler-Dirigenten-Vereinigung ein besonderes Anliegen, und es ist für mich unverständlich (höchstens menschlich begreiflich), dass man dieser Organisation da und dort immer noch mit Misstrauen (Angst vor Prestigeverlust?) begegnet, und dass das Verhältnis zum EJV noch nicht restlos abgeklärt ist.

Ich machte auch nie ein Hehl daraus (auch nicht während der Zeit, da ich als Kampfrichter an 15 Eidgenössischen und Unterverbandsfesten tätig war), dass ich überzeugter Gegner der Beurteilung nach Klassen bin. Die stereotype Wiederkehr der Bemerkung in der Berichterstattung (Festberichte, Jodlerchronik, etc.), es sei streng aber gerecht beurteilt worden, stösst doch mehr und mehr aus Skepsis. So vollkommen und unfehlbar können Kampfrichter ja gar nicht sein. Umdenken ist immer schwer. Wenn es aber um den Frieden und gegen ewige Streitigkeiten in einer menschlichen Gemeinschaft geht, sollte man dem lieben „Ich“ so viel Opferbereitschaft zumuten dürfen.

Wenn ich am Ende meiner irdischen Laufbahn aus ernster Sorge um das weitere Gedeihen des EJV und der Jodlersache überhaupt diesen „ketzerischen“ Gedanken Ausdruck gab, so hoffe ich sehr, sie werden als Beitrag zum Ausgleich der Gegensätze aufgefasst und nicht umgekehrt. Ein Alter von 90 Jahren ist kein Verdienst, sondern Gnade. Ich wünsche mir in aller Bescheidenheit, dass einst das Wort für mich mit einigem Recht gelten möge:

„… und wenn es köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen.“

(Ende der Selbstbiographie).

 

Nachruf

Regen und Sturmwind hielten ihn nicht zurück, am 6. November 1979 seinen fast alltäglichen Gang zu Post, eventuell um einen Tag zu verschieben. Die Warnung einer Nachbarin, bei diesem misslichen Wetter ja vorsichtig zu sein, schlug er aus.

Seiner sprichwörtlichen Gewissenhaftigkeit folgend, verliess er um 17.15 Uhr seine Wohnung an der Margarethenstrasse in Binningen BL. Um 18.35 Uhr ereilte ihn der Tod. Tausendmal hatte er diesen unbewachten Bahnübergang beschritten. Tausendmal kehrte er zurück. Heute sollte er nicht mehr kommen. Er wusste doch von dieser Gefährlichkeit, jetzt wurde sie ihm zum Verhängnis.

 

Das musikalische Werk von Paul Müller-Egger (von Heinrich Leuthold)

Das erste Mal begegnete ich Paul Müller-Egger anlässlich eines eidgenössischen Dirigentenkurses im Kunsthaus in Luzern im Jahre 1935. Wohl ballte sich damals bereits ein unheilschwangeres Gewölk am politischen Himmel zusammen. Es liess aber das Furchtbare noch nicht voll erahnen, das wenige Jahre später die ganze Welt in Aufruhr versetzen sollte. Vor allem nicht in unserem Kreis, bei den Jodlerdirigenten. Waren wir doch alle nach dieser prächtigen Kursarbeit auf Optimismus gestimmt. Diesen Optimismus atmete auch das herzige Liedchen, das mir damals Paul Müller in die Hand drückte: „Uesers Müeti“. Ein lustiges Neckliedli, das als Erstlingswerk des Dichter-Komponisten, bereits den späteren reifen Künstler vorausahnen liess. „Uesers Müeti“ gehört zu den vergessenen Liedern, obwohl es sich heute noch messen könnte mit vielen Erzeugnissen neuerer Zeit. In ähnlichem Stil ist „Der Bättelsack“ konzipiert, ein Lied, das ebenfalls den leichtfüssigen, unbeschwert-lüpfigen Charakter trägt.

Noch ist’s aber still um den unbekannten Meister. Noch hatte er es nicht geschafft. Der grosse Durchbruch erfolgte mit dem „Bärgmorge“. Es muss eine gottbegnadete Stunde gewesen sein, die den Künstler zu diesem Lied inspirierte. Vermochte schon der Text Begeisterung zu erwecken mit seinem Ruf „Senne, stöht uf“! Ein Aufruf, der an das ganze Volk gerichtet ist. Eine Aufforderung, sich der Schönheit unseres Vaterlandes bewusst zu werden, sich des heiligen Friedens zu erfreuen und, nachdem schon bedrohlich Kriegshetze hereinbrandete, das Gebet zum Herrgott, uns dieses wunderbare Vaterland zu schützen und zu erhalten. So wird dieses Lied, das zuerst nur die Morgenstimmung einfangen wollte, nicht zuletzt dank seiner eindringlichen, begeisternden Melodie, die so klar heraussticht aus der Flut trivialer Kompositionen, zum erhabenen Vaterlandslied, zu einem Lob-, Dank- und Bittgebet. Es wurde, neben Lienerts „Schwyzervolch“, zur „jodlerischen Nationalhymne“.

Nun folgten sich Kompositionen Schlag auf Schlag. Der Dichter-Komponist hatte sich zu seinem eigenen Stil durchgedrungen. Etwas, das nicht selbstverständlich ist. Ich kenne Komponisten, bei denen ein Lied dem anderen gleicht wie zwei Vettern: Immer die gleichen Wendungen, immer die gleichen Akkordabfolgen. Sie kommen aus einem eingefahrenen Schema nicht mehr heraus. Nicht so Paul Müller. Ich schrieb einmal in einem Aufsatz: „Robert Fellmann und Paul Müller-Egger haben mit jedem Lied eine neue Überraschung bereit“. In dieser grossen Vielfalt zeigt sich der wirkliche Könner. Ich glaube, es ist angebracht, hier auch an einen anderen Mann zu denken, der als ausgebildeter Musiker, der auch für die Folklore etwas übrig hatte und den grossen Wert dieser Musik erkannte: der bekannte Männerchor-Dirigent Hans Ackermann aus Basel, der sich besonders mit seinen „Ackermannschen Chören“ einen Namen gemacht hatte. Wenn Paul Müller seine hochstehende Form in seinen Liedschöpfungen gefunden hatte, war das sicher zum schönen Teil der künstlerischen Führung durch seinen Freund Hans Ackermann zu verdanken.

Es folgte das schon erwähnte vaterländisch-markige „Schwyzervolch und Schwyzerland“, ein Lied, das im Gesamtchor unerhört kräftig und überzeugend wuchtig wirken müsste. Gassmann weiss es zu charakterisieren: „Der ganze Hymnus wächst aus einem inneren patriotischen Kern heraus, und es decken sich Inhalt und Form in schönster Weise. Zudem herrscht in Text und Musik eine edle Volkstümlichkeit, ohne jegliches Zugeständnis an ein gewisses Volksgenre“.

Hier geht Gassmann eine besondere Eigenschaft Paul Müllers an: seine absolut konsequente und ehrliche Linie. In Text und Musik will er nur das Beste schaffen, ohne mit gewissen Modeströmungen zu liebäugeln, ohne Konzessionen zu machen. Er ärgert sich über minderwertiges Zeug, er ist unerbitterlich streng gegen sich selbst, aber auch gegen andere. Und dies wird nicht immer und überall gut verstanden, schafft ihm Gegner. Aber gerade diese Konsequenz prägt sich eher in seinen Werken ein, textlich und musikalisch. Schrieb er doch einmal: „Mich bringen die unzähligen läppischen Liedertexte in der Jodelliteratur in Harnisch. Ich kann nicht verstehen, dass sich Komponisten von Namen immer noch dazu hergeben, Texte zu vertonen, die der primitiven Anforderung an Sprachreinheit, Sprachrichtigkeit und Sprachschönheit Hohn sprechen. Diese Oberflächlichkeit muss unserem Jodellied einmal zum Verhängnis werden, wenn wir nicht zum Rechten sehen“.

Leider sind mir nicht von sämtlichen Liedern die Entstehungsjahre bekannt. Wäre es doch eine reizvolle Aufgabe, die musikalische Entwicklung im Schaffen Paul Müllers aufzuzeigen. So lassen wir es mit einigen Hinweisen bewenden. Es kommen wohl weniger jene allzu lokalpatriotischen Lieder in Frage, die, meist aus Sympathie zu einem Jodlerklub oder einem Dirigenten entstanden, deren engere Heimat besingen, wie „Bern“, „Drei Tanne“, „Olten“, Thuner- und Solothurner-Liedli usw. Nicht, als ob sie künstlerisch von weniger grossem Wert wären. Aber das Lebenswerk Paul Müllers ist so reichhaltig, dass es auch sonst noch der Köstlichkeiten genug gibt, die kennenzulernen es sich lohnt.

Anno 1955 entstand das „Trost im Leid“, eine Komposition, die stilistisch noch zur ersten Schaffensperiode gezählt werden muss. Schon hier hätten wir also das viel gesuchte Grablied. Damals war es noch nicht selbstverständlich, dass am Grabe eines Jodlerkameraden ein Jodellied gesungen wurde. Paul Müller wagte die Komposition trotzdem, wobei er allerdings den Ausweg offen hält, die (nicht sehr hohe) Jodelmelodie mit unterlegtem Text darzubieten. Für diese Liedgattung war der Weg noch nicht definitiv gefunden, obwohl auch bei diesem Lied Inhalt und Form in guter Übereinstimmung den Trost im Leid auszudrücken vermögen.

Mit dem Lied „Wie geit doch au die Zyt vorby“, entstanden 1958, tat Paul Müller ganz deutlich den Schritt in die späteren Schaffensjahre. Thematisch mit dem Trostliedli verwandt, trägt es unverkennbar schon die Züge reifer harmonischer und melodischer Gestaltung. Dürfen wir die Komposition „Alti Fründe“ in die gleiche Schaffensperiode einreihen? Leider fehlen auch hier die Angaben über die Entstehungszeit. Thematisch wiederum ähnlich: der alte Mensch, der in der Rückschau von der entschwundenen Jugend träumt, „s isch e Traum us schöne Tage“. Aber ein Lied, das sich nicht ergeht in wehmütiger Stimmungsmache, sondern voller Optimismus bekennt: „Isch au s Jugetland verschlosse, Fründe simmer Wäggenosse, Gäng no jung im alte Lied“. Dieser Optimismus strahlt über auf die Melodie. Die eingängige Stimmführung hat sich in viele Herzen eingesungen, eine Tatsache, auf die auch die Auflagenzahl hinweist (6 Auflagen).

Damit treten wir ein in die wohl fruchtbarste Schaffensperiode des Meisters. Es folgen 1960 das mehr lyrisch gehaltene „Es sältsams Lied“ und 1963 „Guete Schwyzerbode“, das, trotz seines allgemein-patriotisch klingenden Titels die engere Heimat des Baselbiets besingt. Wie überhaupt bei Paul Müller immer wieder die Liebe zu seiner Wahlheimat durchbricht. Das frischfröhliche „Wandermorge“ (1961) zeigt starke Verwandtschaft mit dem Schwyzerbode, und wir gehen wohl nicht fehl, wenn wir annehmen, dass auch hier Paul Müller wiederum durch sein liebes Baselbiet sich dazu inspirieren liess.

In der Reihe der fröhlichen Lieder dürfen wir unzweifelhaft „Fröhlichs Läbe“ eingliedern. Mit diesem Lied wiederum hat sich der Künstler in die Herzen der ganzen schweizerischen Jodlerfamilie gesungen. Es ist eine Melodie, die sofort haften bleibt und die man nicht mehr so schnell vergisst. Die 16 Auflagen, die das Lied bis heute (1980) erreicht hat, sprechen eine deutliche Sprache. Das draufgängerische „Der Früehlig isch cho“ erinnert mit seinen Triolen im ersten Liedteil und im Jodel irgendwie an Fellmanns „Früehlig“. Wenn es auch nicht dessen Verbreitung erfahren hat, deuten die acht Auflagen (bis 1980) doch daraufhin, dass auch dieses Lied seinerzeit zu den Lieblingskompositionen der Jodler gehört hat.

Als ganz besondere Perle im Schaffen Paul Müllers betrachte ich das markig-vaterländische „Der Heimat treu“. Die Partitur schweigt sich über Entstehungsjahr und Auflagenzahl aus. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Lied im Gesamtchor von sehr grosser Wirkung sein könnte. Nur ist es vom Text her wieder allzu stark lokal gebunden, besingt es doch wiederum Pauls engere Heimat, den Jura, und zwar in einer fast zu niedlichen Form für dieses kraftvolle Lied: „Das Wunder muess me rächt verstoh, s’isch halt es Völchli liederfroh, und gsund wie Juratanne“.

Zu eigentlichen Erfolgsnummern wurden „Verlorni Heimat“, das mit seinem stimmungsvollen, ausgeprägt lyrischen Glocken-Mittelsatz und dem nachfolgenden mächtigen Chor-Ton-Schwall, wie Gassmann richtig vermerkt in seiner Auflagenzahl nahe an den „Bärgmorge“ herankommt; ferner das jüngere „Wach uf und sing“. Besonders bei letzterem Lied lernen wir wieder eine Müllersche Eigentümlichkeit kennen: Im Bestreben, jeder Stimme eine interessante Variation zur Hauptmelodie zuzuordnen, wirkt der Chorsatz in seiner unerhörten Gedrängtheit etwas unruhig, eine Eigenschaft, der nur mit entsprechender Interpretation begegnet werden kann. Die Chorsätze nähern sich schon sehr starkt dem Männerchorlied und stellen allerhand Anforderungen an die Ausführenden, so dass verschiedene Chöre sich nicht mehr so recht an diese Komposition heranwagen. Soll’s ein Mangel sein? Paul Müller sucht immer wieder neue Wege, neue Formen, und man hat den Eindruck, er müsse sich ständig im Zügel halten und sich auf die ureigenen Formen des Jodelliedes konzentrieren, um in seinem inneren Drang, in der auf ihn einstürmenden Melodienflut nicht auszubrechen in Richtung Männerchor-Kunstgesang.

Aber Paul Müller hält sich trotz dieser Tendenz im Zügel. Es ist schon so, wie der unbestechliche Gassmann ihn bzw. seine Musik charakterisiert:

„Überall spricht ein abgeklärter Intellekt aus seinen Liedern. Das stark Romantische ist durchwegs mit einer guten Dosis Realismus vermengt. Wie er das tut, innert der Gesamtidee des Liedes, ist allzeit reiflich überlegt. Der Auf- und Ausbau seiner Kompositionen liefert ferner den Beweis, dass der besinnte Kopf auch das rein Handwerkliche aus dem ff versteht, was bei den Jodelkomponisten nicht immer selbstverständlich ist. Seine grossen Erfolge verdankt Paul Müller-Egger vielfach der Erfindung rhythmisch prägnanter, schön gestalteter, markanter Motive, naturhaft untermalt von vollen Akkorden“.

Vielfach kennt man Paul Müller nur als Männerchorkomponisten. Es konnte hier auch nur auf wenige Titel eingegangen werden, und noch viele Kostbarkeiten verdienten es, näher betrachtet zu werden. Neben seinen Jodelliedern für Männerchöre (Jodlerklubs) liegen aber auch eine schöne Anzahl gemischter Chöre aus seiner Freder vor, darunter solche, die als Männerchor entstanden und später auf den Gemischtenchor-Satz umgeschrieben wurden, wie z.B. der „Bärgmorge“ oder „Wach uf und sing“ u.a. Daneben finden wir aber auch in dieser Liedgattung prächtige Neuschöpfungen, wie das zartinnige „Gang nid verby…“ (1971) oder das übermütig-neckische „So geits“ (1976), das dank seiner einfachen Konzeption auch für kleinere Chöre geeignet ist. Dass unter seinem Nachlass auch einige Frauenchöre figurieren, sei nur am Rande erwähnt. Vielleicht finden unsere Trachtenchöre auch in dieser Sparte etwas für sie Zusagendes, obwohl hier die Auswahl mit den neun Nummern nicht so riesig gross ist.

Wie könnte es anders sein, als dass sich Paul Müller nicht auch dem Solo- und dem Duettlied zuwandte? So erschienen seinerzeit unter dem Titel „Hagrose“ ein Liedblatt mit vier Liedern, und im Jahre 1961 gab er das Bändchen „Späti Bluescht“ mit 16 Duettliedern heraus.

In den letzten Lebensjahren erschien, als Vermächtnis diesen langen, so reich erfüllten Lebens, der Chor „Erdmüder Pilger“ (erschienen sowohl für Männerchor als auch für Frauenchor). Es ist ein Abschiedlied, das in seiner Schlichtheit und Eindringlichkeit zum vertrauenvollen Gebet wird, das das ganze Lebenswerk in die Hände des erbarmenden Gottes legt. Fast scheint es, Paul Müller habe sein nahe bevorstehendes Ableben vorausgeahnt, als er schrieb:

„Ermüder Pilger, geh nun zur Ruh, göttliche Liebe decket dich zu, Flügel der Seele breitet euch aus, tragt sie zum Vater, und tragt sie nach Haus“.

„Blumen verblühen, Menschen vergehn, einer ist ewig, Gott bleibt bestehn. Was du getragen, was du getan, all‘ dein Bemühen, er siehet es an.“

„Wenn auch im Sterben Schönes zerbrach, all‘ deine Werke folgen dir nach. Irdische Trauer währt ihre Zeit, Gottes Erbarmen in Ewigkeit“.

 

Quellen: „Mein Werdegang“, Eigenbiographie: Bärgfrüehlig 6/2 1975. „Nachruf“: Bärgfrüehlig 2/1980. „Das musikalische Werk“: Bärgfrüehlig 2/1980.

Stand 2.1.2009 TA

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