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Vorname Heinrich J. Heinrich J. Leuthold
Nachname Leuthold
Geburtstag 18.09.1910
Todestag 15.10.2001
Personennummer L009

Werke von Heinrich J. Leuthold

Liedtitel Anfang 1. Strophe EJDKV Nummer

Männerchor (-M-)

Birgebärgjuiz (Naturjodel) L009-M-000001

Gemischter Chor (-G-)

Aelplertanz Toneli wenn'd tanze witt häb mer Schritt, häb mer Schritt L009-G-000001

Gemischter Chor (-G-)

Bim Chriesigwinne Ich weiss inre Matte e Baim volle Chriesi, schwarz glänzigi, siessi L009-G-000002

Gemischter Chor (-G-)

Es frehlichs Gmiät Meh als Gäld und Kapitali, meh als d'Scheenheit wo verbliäht L009-G-Eu0001

Gemischter Chor (-G-)

Es Liedli Dett, wo d'Alperösli blüeje, s'Wasser rusched bi der Flueh L009-G-Eu0002

Gemischter Chor (-G-)

Gang nid zu de Meitschi Tramp mer nid dernäbe, Hansli gib doch acht, gang nid zu de Meitschi L009-G-Wi0F48

Gemischter Chor (-G-)

Gloria Alles, was singe cha, alles, was juize cha, jubled vor Freid L009-G-JM0002

Gemischter Chor (-G-)

Neckliedli Durs Oberland uif und durs Oberland ab, da han i zwei Schätzli L009-G-000003

Gemischter Chor (-G-)

Nidwaldner Tanzliedli Händ anenand, nänd anenand, händs mitdenand scheen L009-G-Eu1036

Gemischter Chor (-G-)

Nur nid lang zaidere Gsehsch en Epfel goldig glänze am-e-n Ast im griäne Laib L009-G-000004

Gemischter Chor (-G-)

Ruibili und Rollili Roti Chepf und dräckig Schueh bringid d'Buebe hei am Morge L009-G-000005

Gemischter Chor (-G-)

s'ärischt Anneli Chind Gottes i der Puuretracht bischt eis äs wien äs Bäumli L009-G-000006

Gemischter Chor (-G-)

s'isch mid de Nusse und Jumpfere gliich s'isch mit de Nusse und Jumpfere gliich, gsehsch es vo usse L009-G-000007

Gemischter Chor (-G-)

s'Jodle isch mi Freud Wie han ich Freud am Jodle, das macht mi wieder jung L009-G-000008

Gemischter Chor (-G-)

Sanctus Sohn vom Vatter, Jesus Christus, bisch us Liäbi zuä-n-is cho L009-G-JM0003

Gemischter Chor (-G-)

Spottliedli O blasid mier de Hobel uis, o blasid mier i d'Schueh L009-G-000009

Gemischter Chor (-G-)

Ubers Jahr Meitschi chumm chli zue mer zue, mach mer doch kei Gschichte L009-G-000010

Gemischter Chor (-G-)

Zum Einzug - Bussakt Gottes Sohn! Miär sind daa. Wend Diis heilig Wort verstaa L009-G-JM0001

Gemischter Chor (-G-)

Zur Sendung - Schluss So wemmer jetz im Friede gaa und immer scheen enand verstaa L009-G-JM0004

Duett (-D-)

Hefli-Juiz (Naturjodel) L009-D-000001

Persönliche Angaben

Jugendzeit

Heinrich J.Leuthold ist in Stans NW zur Welt gekommen, wo er als viertes von zehn Kindern aufwuchs. Seine Eltern, Franz und Marie Leuthold-Imbach, führten eine einfache, heimelige Arbeiter- und Bauernwirtschaft, in der oft gesungen undmusiziert wurde. Auch die Familie selber war sehr musikliebend; Vater Leuthold wirkte als Hornist in der Feldmusik Stans mit, ein Bruder spielte Handharmonika und Klarinette, und natürlich wurde auch gesungen. Diese musikalische Umgebung beeinflusste Heinrich sehr, und er erwarb sich schon in den ersten Primarschuljahren die Fertigkeit, auf dem Klavier zu begleiten. Dabei eignete er sich die ersten grundlegenden Kenntnisse der Harmonielehre an. Auch für das spätere kompositorische Schaffen hatte der Musikbetrieb in der Gaststätte grosse Bedeutung, denn hier lernte Heinrich J.Leuthold den Nidwaldner Naturjodel in seiner unbeeinflussten Form kennen.

Im Alter von 14 Jahren erhielt er von seinem Sekundarlehrer den Auftrag, für die Älplerchilbi einen Schülerjodlerklub zusammenzustellen. Für diese Gruppe schuf Heinrich seine erste Sammlung von Nidwaldner Naturjodel. Ebenfalls während der Sekundarschulzeit komponierte er seine ersten Musikstücke, und zwar für ein Märchenspiel. Die Titel heissen „Hexentanz“ und „Geisterreigen“.

 

Ausbildung und Beruf

Nach der Sekundarschule und einem Welschlandjahr trat Heinrich J.Leuthold ins Lehrerseminar St.Michel in Zug ein. Hier wurde ihm eine gute musikalische Ausbildung in Theorie und Praxis zuteil. Neben dem Klavierspiel hatte er auch das Orgelspiel zu erlernen, denn als Lehrer war er zum Orgeldienst verpflichtet (wie auch zur Leitung des Kirchenchores).

Seine erste Lehrer- und Organistenstelle trat er 1931 in Stansstad NW an. Von1942 bis 1965 unterrichtete er als Primarlehrer in seinem Heimatort Stans, und von 1965 bis zur Pensionierung wirkte er als Rektor und Schulsekretär der Stanser Volksschulen.

Neben der musikalischen Ausbildung am Lehrerseminar hat sich Heinrich J.Leuthold autodidaktisch nach der Methode Rustin grosses Wissen erworben. Er besuchte zahlreiche Kurse, vor allem an der Kirchenmusikschule Luzern sowie Dirigentenkurse an der Musikakademie Zürich bei Lavater-Frank, und nahm auch an Jodlerkursen des EJV und ZSJV teil.

 

Die musikalische Laufbahn

Ab Herbst 1932 trafen sich in Stans einige Jodlerklubbegeisterte in ungezwungener Form, worauf im folgenden Jahr die „Stanser Jodlerbuebe“ aus der Taufe gehoben werden konnten. Heinrich J.Leuthold gehörte zu den Mitgründern und übernahm die musikalische Leitung des Klubs. Als 1940 der gemischte Chor „Stanser Trachtenvereinigung“ gegründet wurde, war Heinrich ebenfalls als „Geburtshelfer“ dabei und stellte sich als Dirigent zur Verfügung. Neben diesen beiden volkstümlichen Chören leitete er den Kirchenchor Obbürgen NW, wo er auch als Organist tätig war. In Stans versah er das Amt eines Hilfsorganisten, und wenn irgendwo im Kanton „Not am Mann“ war, stellte er sich als Aushilfe zur Verfügung. Wahrlich ein grosser Einsatz.

 

Verbände

Im Jahre 1942 war Heinrich J.Leuthold am Zuger Jodlertag erstmals als Kampfrichter tätig. In der Folge stellte er sich an über 30 Festen als Kampfrichter zur Verfügung, und am Eidg.Jodlerfest 1971 in Freiburg amtete er als Hauptberichterstatter.

In Anerkennung seiner Leistungen wurde er vom ZSJV und vom EJV zum Ehrenmitglied ernannt. Auch die Trachtenleute zeichneten Heinrich J.Leuthold für seine Verdienste um das Volkslied und den Gesang mit der Ehrenmitgliedschaft in der Kantonalvereinigung sowie der Schweiz.Trachtenvereinigung aus.

 

Der Komponist

Den bereits erwähnten ersten Kompositionsversuchen als Sekundarschüler folgten später viele Werke verschiedener Art. Allen voran seien hier die Jodel- und Mundartlieder erwähnt. Heinrich komponierte vorwiegend für gemischten Chor, da ihm das breite Spektrum der Frauen- und Männerstimmen besonders gefiel.

Sein wohl bekanntestes Lied ist das „Nidwaldner Tanzliedli“. Diese Melodie fiel ihm ganz spontan ein, als er den Text von Josef von Matt zu lesen bekam. Und wahrhaftig, mit den Worten „Händ anenand, nänd anenand, händs mitenand scheen“ und der lüpfigen Melodie hält es schwer, ruhig stehen zu bleiben. Heinrich J.Leuthold hat übrigens viele Texte seines Nachbarn Josef von Matt vertont, so dass dieser so etwas wie sein „Hofdichter“ wurde. Neben dem „Nidwaldner Tanzliedli“ lag Heinrich die „Nidwaldner Hymne“ besonders am Herzen. Auch diese Melodie ist ihm spontan eingefallen, und da sich zu den vorgegebenen Noten keine Verse finden liessen, hat er den Text schliesslich selber geschrieben. Weitere bekannte Leuthold-Lieder sind „Ruibili und Rellili“ (Text Josef von Matt), „Es frehlichs Gmiät“ (Text Hedwig Egger-von Moos) und „Bim Chriesigwinne“ (Text Mädi Waser, eine Schülerin von Heinrich J.Leuthold). Seine Jodlermesse, komponiert nach einem Text des Stanser Mundartdichters Felix Stöckli ist schon seit etlichen Jahren jeweils am Eidg.Bettag in der Stanser Pfarrkirche zu hören.

Neben den zahlreichen Jodel- und Mundartliedern hat Heinrich auch Instrumentalkompositionen und einige Kantaten geschaffen. Dieses vielseitige Wirken zeigt, wie breit gefächert sein musikalisches Können ist. Wie erfreulich, dass er dabei der Volksmusik treu blieb.

Die erste Schulkantate von Heinrich J.Leuthold trägt den Titel „Dr Tirlitokter“ (Text Josef von Matt). Dieser Tirlitokter war ein medial begabter Naturheiler, der im 19.Jahrhundert in Wolfenschiessen NW lebte und von dem man sich die wunderlichsten Sachen erzählte. Zum hundertjährigen Bestehen der Feldmusik Stans schuf Heinrich J.Leuthold die Festkantate „Freid“. In diesem Werk setzt er auch ein Alphorn ein.

Für die 500-Jahr-Feier des Stanser Verkommnisses (1481 – 1981) hat Heinrich das kirchliche Werk „Stanser Vesper“ für grosses Orchester, Orgel, Chor und Soli geschaffen, den Text schrieb Paul Kramer. Dieses Werk wurde am 22. September 1981 in Stans uraufgeführt, wobei seine Tochter Heidi, eine ausgebildete Sopranistin, den Solopart übernahm, während seine Schwester Gritli die Ali-Soli sang. Es folgten noch Ausführungen in Sachseln OW und Altdorf UR. Beachtenswert ist, dass für die Solopartien nie auswärtige Solisten beigezogen werden mussten, es konnten stets Einheimische eingesetzt werden.

Die Kompositionen „Freid“ und „Stanser Vesper“ waren für Heinrich J.Leuthold Höhepunkte seines Schaffens.

Zur Feier seines 75.Geburtstages hat er die Schülerkantate „Dr Chniriseppli“ komponiert. Der von Walter Käslin verfasste Text basiert auf der Novelle „Hali ho dia hu“ von Isabella Kaiser aus der Zeit des Franzosenüberfalls auf Nidwalden.

 

Der Schriftsteller

Zur Vielseitigkeit von Heinrich J.Leuthold gehört auch das Schreiben. So verfasste er die „Kleine Schulgeschichte von Stans“, eine Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Knabenschulhauses. Besonders wichtig ist natürlich das Buch „Der Naturjodel in der Schweiz“. Dieses Werk ist Ausdruck der Liebe von Heinrich J.Leuthold zum Naturjodel. Während vieler Jahre hat er Melodie um Melodie zusammengetragen und die Eigenheiten dieser Ausdrucksform erforscht. Er gilt daher als der beste Kenner des schweizerischen Naturgesangs.

 

Quelle: Jodlerzeitung, Redaktion Rösli Früh. Verschiedene Jubiläumsbücher der Verbände. „Bärgfrüehlig 4 / 2001.

Stand 31.7.2008 TA

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Note
EDJKV